28.02.17

Die Lightroom Meisterklasse

Die Lightroom-Meisterklasse, Buch aus dem dpunkt-Verlag

Die Lightroom Meisterklasse

Mit gezielter Nachbearbeitung zu besseren Fotos

 

Wer anfängt mit Lightroom zu arbeiten, ist erst einmal glücklich und zufrieden, wenn er seine Bilder importieren, verwalten und in groben Zügen bearbeiten kann. Aber Lightroom kann so viel mehr.

Die meisten Lightroom-Bücher erklären die grundlegende Bedienung des Programms. Das „Wie“ steht im Mittelpunkt, nicht aber das „Warum“. Anders das Buch „Die Lightroom Meisterklasse“ von Martin Evening. Dieses Buch aus dem dpunkt-Verlag fängt an, wo andere aufhören.

Ich bezeichne mich als „alter Lightroom-Hase“, denn schließlich arbeite ich seit der ersten Version mit dem Programm, unterrichte es seit langen und setze es selbst intensiv ein. Dennoch: Ich habe den einen oder anderen Tipp aus dem Buch gezogen, den ich nun mit Begeisterung umsetze.

Schon Titel und Untertitel verraten: Dieses Buch richtet sich nicht an Einsteiger und vermittelt nicht alle Module von Lightroom. Es beschränkt sich auf die Bearbeitung von Fotos. Diese allerdings in der Tiefe.

Was macht ein gutes Foto aus?

Diese Frage bezeichnet das erste Kapitel. Bereits der allererste Satz spricht mir aus der Seele:

„Die Frage mag zu offensichtlich sein, um sie zu stellen, aber: Was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Bild sagen?“

Ich könnte den Autor umarmen für diese Einleitung. Denn: Wie kann man fotografieren, wenn man gar nicht weiß, was man mit dem Foto ausdrücken möchte? Für mich ist klar: Ohne diese Überlegung bleibt’s bei purer Knipserei (zugegeben: auch die macht manchmal viel Spaß). Aber auch eine gezielte Bearbeitung ist nicht möglich, wenn ich mir nicht klar mache, was ich mit dem Bild aussagen möchte.

Der Rest des Kapitels dreht sich u. a. um den Bildausschnitt, die Belichtung und die Bildauswahl. Da ist von Rauschreduzierung die Rede, von Bittiefe und Kalibrierungseinstellungen. Im ersten Kapitel!

Bilder optimieren

Das zweite Kapitel dreht sich um die Optimierung der Fotos: Belichtung, Objektivkorrektur, Rauschreduzierung, Einstellungen beim Drucken, um nur einige Funktionen zu nennen, die in diesem umfangreichen Kapitel behandelt werden.

Auch ein Ausflug in Photoshop fehlt nicht. Die Bildbearbeitung in Lightroom ist zwar gut, ersetzt aber Photoshop keineswegs. Im gesamten Buch unternimmt der Autor daher immer wieder Ausflüge zu Photoshop.

Den Tonwert- und Farbkorrekturen widmet sich das dritte Kapitel, dem Abwedeln und Nachbelichten, zwei Begriffen aus analogen Zeiten, das vierte.

Bildausschnitt, Skalieren, Ausrichten, adaptive Weitwinkelkorrekturen – mit den Tipps aus dem fünften Kapitel lassen sich Bilder neu gestalten – und daher heißt es auch zu Recht „Fotos neu komponieren“.

Dazu passt dann auch gleich das nächste Kapitel, das sich um das Zusammenfügen von Fotos dreht: HDR, Fokusreihen, Überblendungen. Auch hier kommt natürlich teilweise Photoshop zum Einsatz.

Schwarzweißkonvertierung

Ein eigenes Kapitel ist der Schwarzweißkonvertierung gewidmet. Wie gut, denn es gibt (fast) nicht Schlimmeres als flaue Schwarzweiß-Bilder. Mit dem richtigen Wissen und den entsprechenden Einstellungen gehören diese dank der ausführlichen Anleitung nun der Vergangenheit an.

Retusche

Das letzte Kapitel dreht sich ums Detail auf dem Bild: Bereichskorrektur, Roto-Augen-Korrektur, Portraitretusche und selektives Weichzeichnen sind u. a. die Themen.

 

Mein Resumée:

Wer tiefer in die Bildbearbeitung mit Lightroom einsteigen möchte, erhält in diesem Buch wertvolle Hilfestellungen. Anhand zahlreicher Abbildungen zeigt der Autor, was die einzelnen Funktionen von Lightroom bewirken. Das meiste wird man aus diesem Buch herausholen, wenn man es von A bis Z durcharbeitet und das neue Wissen an eigenen Fotos ausprobiert.

Immer wieder verzweigt Martin Evening zu Photoshop. Dennoch lohnt sich meiner Ansicht nach die Lektüre der „Lightroom-Meisterklasse“ auch, wenn man Photoshop nicht einsetzt. Die eine oder andere Seite wird man dann eben überspringen müssen.

Auch „Die Lightroom-Meisterklasse“ kann keine Wunder vollbringen und aus schlechten Bildern gute machen. Aber sie unterstützt perfekt, um das Beste aus guten Fotos herauszuholen. So können dank der „Meisterklasse“ kleine „Meisterwerke“ entstehen.

 

Die Lightroom-Meisterklasse

Mit gezielter Nachbearbeitung zu besseren Fotos
Martin Evening
dpunkt-Verlag

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