09.10.15

Bringen Sie Ruhe ins Foto: Symmetrie

Bringen Sie Ruhe ins Foto: Symmetrie

Unser diesjähriger Fotowettbewerb hat die Symmetrie zum Thema. „Ganz schön schwer“ – finden einige Teilnehmer meiner Fotokurse. Um Ihnen das Fotografieren für unseren großen Wettbewerb leichter zu machen, hier ein paar nützliche Hinweise zur Symmetrie und Tipps, wie Sie diese fotografisch umsetzen.

Was ist Symmetrie?

Schlagen wir doch mal wieder bei Wikipedia nach, was dort zum Thema Symmetrie steht. Hier ist von „Symmetrie im Eindimensionalen“ und im „Zweidimensionalen“ die Rede. Unterschieden wird zwischen verschiedenen Formen der Symmetrie. Nehmen wir als Beispiel die sog. Achsensymmetrie. Sie liegt, lt. Wikipedia vor, wenn sich Dinge entlang einer Symmetrieachse spiegeln. Dabei gilt:

  1. Figur und Bildfigur sind deckungsgleich zueinander.
  2. Strecke und Bildstrecke sind gleich lang.
  3. Winkel und Bildwinkel sind gleich groß.
  4. Figur und Bildfigur haben verschiedenen Umlaufsinn.“

Man kann auch einfacher ausdrücken. Zieht man durch ein symmetrisch au
fgebautes Bild in der Mitte eine Linie längs, quer oder in der Dialogen, ergeben die beiden Seiten ein Spiegelbild. Noch einfacher: Wir lassen ein Bild sprechen.

ASyFiguren

 

Wußten Sie, dass man Eiskristalle wie einen Kreis beliebig drehen können ohne dass sich Aussehen ändert?

Schon im Altertum galt Symmetrie als ästhetisch. Viele Kirchen und Tempel haben einen symmetrischen Grundriss oder symmetrisch angeordnete Formen. In der Fotografie finden wir die Symmetrie daher oft in der Architektur, in der Symmetrie meist auch für eine gewisse Perfektion steht. Oder in der Landschaft. Dort vor allem in Spiegelungen.

 

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Auch der Mensch ist übrigens fast symmetrisch – allerdings nur fast. Wenn Sie in Photoshop fit sind, nehmen Sie ein Portrait von sich und teilen es in der Mitte. Duplizieren Sie das Foto und fügen Sie zwei linke und zwei rechte Gesichtshälsen zu neuen Portraits zusammen. Sie werden sich fast nicht wiederkennen – auf keinem der beiden Fotos. Aber sind wir deshalb gleich „asymmetrisch“? Und was heißt eigentlich Asymmetrie?

Um es vorweg zu nehmen: Asymmetrie bedeutet nicht, dass keine Symmetrie vorhanden ist! Asymmetrie liegt vor, wenn die Symmetrie aufgebrochen ist, also eine Abweichung von der Symmetrie vorliegt. Formal ist das Bild symmetrisch, inhaltlich nicht. Oft wird auch unterschieden zwischen „gebrochener Symmetrie“  (kleine Abweichungen von der Symmetrie) und „Asymmetrie“ (erhebliche Abweichungen).

„Asymmetric (PSF)“ von Pearson Scott Foresman

 

Warum Symmetrie in der Fotografie?

Ähnlich dem Goldenen Schnitt erzeugt Symmetrie Ruhe, Stabilität und Ausgewogenheit. Asymmetrie hingegen wirkt dynamisch.

Sie wissen ja: Die Bildaussage hat immer das erste und letzte Wort.

Wenn Sie z. B. Action-Fotos von Sportereignissen machen, wäre Symmetrie wohl eher fehl am Platz.

Ganz anders, wenn Sie Ruhe ins Bild bringen wollen – bei einer Landschaftsaufnahme beispielsweise. Oder einem Architekturfoto.

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Symmetrie fotografieren

Schnappen Sie sich Ihre Kamera und unternehmen Sie einen ausgedehnten Spaziergang. Schauen Sie ganz bewußt auf symmetrische Formen. Sie werden erstaunt sein, wieviel und wo Sie überall Symmetrie finden.

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Machen Sie sich bereits vor der Aufnahme Gedanken über die Bildkomposition. Richten Sie Ihre Kamera exakt aus. Symmetrie lebt davon, dass die Objekte auf dem Bild wirklich ganz exakt ausgerichtet sind. Nur ein bisserl schief – schon ist die Symmetrie dahin.

Tipp: Zeigen Sie die Gitterlinien im Sucher bzw. auf dem Display an und fotografieren Sie wenn möglich mit Stativ. Nur so können Sie die Objekte exakt symmetrisch anordnen.

 

Eine kleine Übungsaufgabe: Fotografieren Sie symmetrische Motive. Unterscheiden Sie dabei zwischen strenger Symmetrie und gebrochener Symmetrie bzw. Asymmetrie.

 

 

 

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