Lesetipp: Kreative Naturfotografie - foto.kunst.kultur.
12.01.18

Lesetipp: Kreative Naturfotografie

kreative naturfotografie

Mein Fotografenherz schlägt für die kreative Fotografie und hier vor allem für die Landschafts- und Naturfotografie. Kein Wunder also, dass ich sofort von dem Titel eines Buchs aus dem Hause dpunkt angesprochen war. „Praxisbuch Kreative Naturfotografie“ heißt es. Auch der Untertitel spricht Bände: „Naturmotive mit anderen Augen sehen und fotografieren“.

Dann Schoonhoven, Herausgeber des Buchs, betreibt in den Niederlanden zwei Communitys für Fotofreunde und gibt dort eine Reihe mit Büchern verschiedener Fotografen heraus. Der dPunkt-Verlag macht die Publikationen nun auch dem deutschen Publikum zugänglich.

Bücher, die von einem einhzigen Fotografen geschrieben sind, zeigen dessen Handschrift. Ich mag das sehr, denn daran kann ich gut erkennen, ob mir die Bildsprache des Autors liegt oder nicht. Dieses Buch geht einen anderen Weg, was ganz und gar nicht zu verachten ist:

Im „Praxisbuch Kreative Naturfotografie“ kommen verschiedene Fotografen zu Wort. Sie schreiben über ihre Herangehensweise, zeigen ihre Bilder und erläutern, was für sie „Kreativität“ bedeutet. Schon erstaunlich, wie vielfältig man die Natur kreativ festhalten kann. Nicht jedem wird jede Art gefallen, aber jeder wird seine Art finden. Außerdem schadet es bekanntlich nie, auch einmal über den Tellerrand zu blicken.

Gegliedert ist das Buch in sechs Kapitel, wobei immer zum Abschluss ein Fotograf sein Portfolio zeigt und ein anderer darlegt, was für ihn „Kreativität“ bedeutet.

„Mir wird immer bewusster, dass ich als Fotograf die eine Wirklichkeit nicht festlegen kann. Es ist daher auch nicht mehr die Wirklichkeit, die ich wiedergebe, sondern meine Erfahrung, mein Gefühl und meine Botschaft“,

so die kreative Vision von Johan van der Wielen.

Die Kapitel des Buchs:

Sehweise

Wer fotografieren lernen möchte, muss sehen lernen. Eine alte Fotografenweisheit. Jeder sieht die Dinge anders.

„Hinsehen ist die Kunst, das Wesentliches Ihres Motivs zu erfassen“, …

… schreibt Bob Ludjks, Autor des Artikels „Die Kunst des Hinsehens“.

Weitere Artikel im ersten Kapitel beschäftigen sich u. a. mit dem Entwickeln eines eigenen Stils, dem Experimentieren und dem sog. Flow.

Komposition

Die bekannten Kompositionselemente werden in diesem Kapitel in Bezug auf die Natur- und Landschaftsfotografie dargestellt. Die Artikel der verschiedenen Fotografen drehen sich z. B. um Muster, Linien, Formen, Farbe und Schwarzweiß.

Abstraktion

Wie man Landschafts- und Naturfotos abstrakt ablichtet, erklären die Autoren des dritten Kapitels. Das Festhalten von Stimmungen und Emotion und das gezielte Einsetzen von Unschärfe kommen hier zur Sprache.

Bewegung

Es gibt zwei Möglichkeiten: Das Motiv bewegt sich oder die Kamera. Das „Einfangen“ von Tieren wird in diesem Kapitel ebenso erläutert wie das Zoomen beim Auslösen, Langzeitbelichtungen oder das bewußte Verwackeln der Kamera.

Licht

Erst das Licht zaubert Magie in ein Fotos. Man denke nur an das Licht der „Goldenen“ oder „Blauen Stunde“. Landschaften können bedrückend oder heiter wirken – alleine das Licht entscheidet.

Über Low-Key und High-Key, das Spielen mit dem Licht(einfall) und auch über das oft zu Unrecht verpönte Blitzlicht ist u. a. in diesem Kapitel zu lesen. Natürlich darf das zauberhafte Bokeh nicht fehlen und auch der Ausleuchtung mit LED-Licht ist ein Artikel gewidmet.

„Licht ist alles andere als statisch. Sie eröffnen sich neue Möglichkeiten für Ihre Fotos, wenn Sie mit dem Licht spielen und es, ob vorhanden oder künstlich, unter Ihre Kontrolle bringen.“

Equipment

Man braucht nicht viel, um beeindruckende Landschafts- und Naturfotos zu machen (außer Zeit und Geduld). Sie gelingen mit jeder Kamera und jedem Objektiv. Aber es gibt Zubehör, mit dem man der Kreativität noch ein wenig mehr auf die Sprünge helfen kann. Das Lensbaby und Vintage-Objektive gehören dazu und auch der Einsatz von Filtern oder die kreative Nachbearbeitung.

 

Die Bilder im Buch – es gibt davon reichlich – machen richtig Lust darauf, gleich los zu ziehen und den einen oder anderen Tipp auszuprobieren. Erst testen, dann experimentieren und schließlich den eigenen kreativen Weg finden.

Kreativität, so schreibt Roeselian Raimond am Ende des ersten Kapitels …

„ist die Magie, die zwei ganz gewöhnliche Dinge zu einem Ganzen addiert und die Summe seiner Teile endlos macht. Sie ist der Anfang.“

 

 

Praxisbuch Kreative Naturfotografie

Naturmotive mit anderen Augen sehen und fotografieren

Daan Schoonhoven (Hrsg.)
Stephanie Wloch (Übersetzung)

198 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband
dpunkt.verlag

Beschreibung, Inhalt und Leseproben

 

>