Das müssen Sie sehen! Sebastião Salgado - Genesis - foto.kunst.kultur.

Das müssen Sie sehen! Sebastião Salgado – Genesis

Salgado

Das müssen Sie sehen!

Sebastião Salgado – Genesis

bis  24. Januar 2016

Ausstellung im Kunstfoyer München
Curated by Lélia Wanick Salgado

Kunstfoyer
Maximilianstr. 53, München
Täglich 9:00 – 19:00 Uhr
Eintritt frei
Geschlossen am 24./25./31.12.15

Bild oben: Teureum, sikeirei und Führer des Mentawai-Clans. Dieser Schamane konstruiert aus den Blättern der Sago- palme ein Sieb für das Sagomehl. Insel Siberut. West-Sumatra. Indonesien. 2008.

 

Spätestens seit dem sensationellen und bewegenden Film „Das Salz der Erde“ (2014) von Wim Wenders ist der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado weltbekannt. Aber bereits mit seinem Projekt „Genesis“ (in deutsch erschienen 2013) machte er Fotofreunde auf sich aufmerksam. Wer ist dieser Fotograf, dessen Name in aller Munde ist?

Von der Wirtschaft zur Fotografie

Auf Umwegen kam Salgado (geb. 1944 in Aimorés) zur Fotografie. Aufgewachsen auf dem Landgut seiner Eltern studierte er Wirtschaftswissenschaft an der  Universität von São Paulo.

1969 flieht er mit seiner Frau vor der Militärdiktatur nach Paris. Dort promoviert er in Wirtschaftswissenschaft. Später arbeitet er als Verwaltungsangestellter für eine britische Kaffeeorganisation. Auf seinen weiten Arbeitsreisen beginnt er zu fotografieren – mit der Leica seiner Frau.

Die Fotografie begeisterte ihn so sehr, dass er seinen Job aufgab und sich schließlich in Paris als Fotojournalist selbständig machte. Und wieder bereiste er die Welt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Afrika, Lateinamerika oder auch quer durch Deutschland. In seinen Langzeitprojekten dokumentiert er vor allem das Leben der Menschen am unteren Rand der Gesellschaft. Er fotografiert in Ruanda und im Kongo, er berichtet fotografisch über Krieg, Goldminenarbeiter in Brasilien oder Flüchtlingsströme.

Monatelang setzt er sich selbst immer wieder den Zuständen in diesen Regionen aus. Bis er selbst am Ende ist. Er bricht zusammen. Es war, so erklärt er, „sein innerliches Ende“.

Salgado zieht sich mit seiner Frau auf das Gut seiner Eltern zurück. Gemeinsam beginnen sie das ausgedörrte Farmland aufzuforsten. Zweieinhalb Millionen Regenwaldbäume pflanzen sie auf der Farm seiner Familie – wodurch sich das Land von der vorhergegangenen Versteppung wieder erholt hat. Heute ist das Gelände ein Nationalpark. Salgado schenkte es dem brasilianischen Staat.

Genesis

„In GENESIS sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören.

So beschreibt Salgado sein Projekt „Genesis“, in dem er sich erstmals vom Leid der Menschen abwendet. Er fotografiert unberührte Teile der Erde, entführt den Betrachter in eine Welt die nicht real zu sein scheint. Jedes Bild ist ein Kunstwerk – und ein Mahnmal, die letzen bald verlorenen Paradiese auf dieser Erde zu erhalten.

Über dreißig Reisen führten Sebastião Salgado zu den Gebieten fernab jeglicher Zivilisation. Acht Jahre lang hat er an dem Projekt gearbeitet, in dem er die überwältigende Schönheit und die Artenvielfalt unberührter Flora und Fauna dokumentiert. Sein erklärtes Ziel: Das Bewusstsein für die Kostbarkeit der letzten unberührten Winkel der Erde zu schärfen.

 

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Große Sanddünen zwischen Albrg und Tin Merzouga, Tadrart. Südlich von Djanet. Algerien. 2009.

Die Ausstellung im Kunstfoyer

Die Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer zeigt rund 250 großformatige Fotografien aus „Genesis“. Sie gliedert sich inhaltlich in fünf Kapitel:

  • Im Süden der Erde
    Zu bewundern sind die Galapagosinseln mit Seelöwen, Kormoranen, Pinguinen sowie Wale in der Antarktis und im Südatlantik.
  • Zufluchtsorte
    Sebastião Salgado zeigt isolierte und artenreiche Zonen wie Madagaskar, Sumatra und West-Papua und porträtiert die Bewohner der Mentawaiinseln sowie den Stamm der Korowai.

 

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Meerechse (Amblyrhynchus cristatus). Galapagos. Ecuador. 2004.

 

  • Afrika
    Der Fotograf bewegt sich zwischen Großwild, Dünenwogen, Lava, dem Okavango-Fluss und inmitten des Nomadenvolks der Dinka im Sudan.
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Da Elefanten in Sambia von Wilderern gejagt werden, haben sie Angst vor Menschen und Fahrzeugen und laufen meist schnell in den Busch. Kafue-Nationalpark. Sambia. 2010.

  • Nördliche Welten
    Gezeigt werden Rentierherden am Polarkreis, die Kamtschatka-Halbinsel, die zerrissenen Bergmassive Alaskas und die Menschen, vom Eis überkrustet samt ihrer Schlitten, Hunde und Zelte.
  • Amazonien & Pantanal
    Salgado präsentiert Alligatoren und Jaguare an den Flussläufen des Amazonas, Negro und Juruá sowie das Volk der Zo’é im Dschungel Brasiliens.

Diese Ausstellung ist ein MUSS für jeden Fotofreund. Sie wissen ja: Von den großen Fotografen dieser Welt kann man viel lernen. Nahmen Sie Zeit mit für Ihren Besuch und schauen Sie sich die Bilder in Ruhe an. Salgado ist ein Meister der Bildkomposition und der Schwarzweiß-Fotografie. Vom Studium seiner Bilder kann jeder nur profitieren.

 

Das Salz der Erde

Der Film „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders läuft in München am 25.10. im Arri um 11:30 Uhr und in den Museums-Lichspielen um 11 Uhr. Zum Kinoprogramm.

Trailer zum Film

 

 

 

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