20.07.17

TV-Tipp: Blicke in die Seele Amerikas

Blicke in die Seele Amerikas

Der Fotograf Robert Frank

22.07.2017 ab 05:00 Uhr, Arte

Die Beschreibung von Arte:

„Robert Frank zählt zu den wichtigsten Fotografen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben seinem fotografischen Werk hat er als Filmemacher zur Entstehung des Independent-Kinos beigetragen. Er entwickelte einen völlig eigenen Stil und setzte mit seinen Arbeiten unter anderem Bergarbeitern aus Wales und Bankern aus London, den Vertretern der Beat Generation und den Rolling Stones ein Denkmal. Sein berühmtes Fotobuch „Die Amerikaner“ ist ein Querschnitt durch die gesamte amerikanische Gesellschaft. Diese Dokumentation zeichnet den bewegten Lebensweg des heute zurückgezogen lebenden Künstlers nach und lässt ihn selbst zu Wort kommen.

Robert Frank zählt zu den wichtigsten Fotografen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1924 in Zürich geboren und ging 1947 in die Vereinigten Staaten, wo er bis heute zurückgezogen lebt. 1958 erschien sein Fotobuch „The Americans“, das die Ästhetik des Fotografierens revolutionierte. Bei seiner großangelegten Reise quer durch die USA machte er mehr als 28.000 Bilder und stellte rund 80 in einem Band zusammen. Zurück in New York lernte er Jack Kerouac, den Autor der Beat Generation kennen, den er um ein Vorwort für seine Bildreportage bat, in der er auf ganz neue Weise auf die Amerikaner blickte. Daraufhin wurde Robert Frank Teil der Gruppe um Kerouac und Allen Ginsberg. Ab 1959 begann Robert Frank auch Filme zu machen. Sein erster Film „Pull My Daisy“ greift eine Szene aus Kerouacs nicht vollendetem Theaterstück „The Beat Generation“ auf. In den kommenden Jahren drehte er rund 30 Filme, alle unabhängig und ohne Budget realisiert so dass Robert Frank nicht nur als einflussreicher Fotograf und Erfinder eines völlig eigenständigen und neuen Stils bekannt wurde, sondern auch als Wegbereiter des Independent-Kinos. Robert Franks Werk ist sehr persönlich und selbstreferenziell. Er hat es immer abgelehnt, seine Arbeiten zu erklären oder zu verteidigen und sie vielmehr für sich sprechen lassen. Mit 89 Jahren erlaubt er der Öffentlichkeit in dieser Dokumentation erstmals einen Einblick in sein umfassendes Archiv und in sein Leben.

25 Jahre lang haben Laura Israel, die Regisseurin der Dokumentation, und Robert Frank zusammengearbeitet. Sie sagt über ihren Film: „Den narrativen Rahmen des Porträts bilden zahlreiche persönliche, kluge und oft sehr lustige Gespräche. Hinzu kommen Fotos, Texte, Filme und Videoausschnitte von Robert sowie bisher unveröffentlichte Aufnahmen. Wie im realen Leben überschneiden sich auch in meinem Film Werk und Biografie, wie zwei Züge, die nebeneinander her fahren und deren Schienen sich immer wieder kreuzen. Robert Franks Arbeit liegt stets ein bestimmtes Schema zugrunde: Sie verarbeitet die eigenen Erlebnisse zu Kunst und ergründet so einen tieferen Sinn, der das Erlebte schließlich überwinden lässt – immer aktiv bleiben, immer in Bewegung bleiben.“

 

Fotos: Robert Frank bei der Arbeit, © Lea Rinzler

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