27.05.16

Wasserspiele: Wasser gekonnt fotografieren

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Wasserspiele: Wasser gekonnt fotografieren

Der Titel „Wasserspiele: Wasser gekonnt fotografieren“ verrät: Dem Wasser sollten Sie sich spielerisch nähern. Nur so lernen Sie die unendlichen Facetten kennen, die es uns Fotografen bietet.

Wasser ist  ein besonders reizvolles Motiv – ganz egal, ob es als Regen vom Himmel fällt oder die Landschaft prägt. Sie machen Urlaub am Meer oder an einem See? Einen Ausflug zu einem Wasserfall? Oder ganz einfach einen ausgedehnten Fotospaziergang an einem nahegelegenen Bach? Hier finden Sie Inspiration und Tipps für gelungene Wasserfotos.

Wasser begegnet uns ganz unterschiedlich – von still ruhend – über sanft plätschernd – bis hin zu gewaltig tosend. Daraus resultieren viele verschiedene Möglichkeiten, das Spiel des Wassers fotografisch festzuhalten. Zunächst aber einmal die Grundlagen: Wie stelle ich die Kamera ein und welche technischen Voraussetzungen benötige ich für gelungene Wasserbilder?

 

Einstellen der Kamera

Wenn es nicht gerade windstill ist und Sie sich an einem ruhigen See aufhalten, haben Sie es in der Wasserfotografie immer mit Bewegung zu tun. Und wie bei allen Bewegungsfotos stellt sich zunächst die Frage:

Wollen Sie die Bewegung einfrieren oder fließen lassen?

Das wissen Sie sicher längst: Soll die Bewegung eingefroren, quasi jeder einzelne Wassertropfen sichtbar sein, müssen Sie eine kurze Belichtungszeit wählen. Soll sie fließen, brauchen Sie eine lange Belichtungszeit. Die genaue Zeit hängt von der Geschwindigkeit der Bewegung ab. Das ist beim Wasser nicht anders als bei anderen Motiven, die sich bewegen.

Einstellen können Sie Ihre Kamera im manuellen Modus oder mit der Halbautomatik. Richtig: Bei Bewegung verwenden Sie S/TV (S=Shutter – die Kennzeichnung u. a. bei Nikon- und Sony-Kameras, TV = Time Value – die Kennzeichnung bei Canon).

Helga Partikel
Eine kurze Belichtungszeit, hier 1/4000 Sekunde, friert das Wasser ein.
Helga Partikel
Die lange Belichtungszeit von einer Sekunde lässt das Wasser fließen.

Graufilter

Damit Sie auch tagsüber mit einer langen Belichtungszeit fotografieren können, müssen Sie ggf. einen Neutraldichtefilter (auch Graufilter) verwenden. Diese Filter gibt es sowohl als Scheiben (z. B. von Cokin oder Lee) als auch als runde Filter zur Montage ans Objektiv. Die rechteckigen Scheiben haben den Vorteil, dass Sie denselben Filter für verschiedene Objektive verwenden können. Es gibt dafür auch Halterungen, die Sie auf das Objektiv schrauben. Darin können Sie die Filter bequem einschieben und sogar mehrere miteinander kombinieren.

Die Angaben auf den Filtern sind etwas verwirrend, denn es gibt unterschiedliche Arten der Kennzeichnung:

  • Oft erfolgt die Angabe in Lichtwerten oder Blendenstufen, um die der Filter reduziert. So bedeutet z. B. NDX4, dass der Filter um 4 Blendendstufen reduziert. Das X steht für „Blendenstufen“.
  • ND 1.0 aber bedeutet, dass der Filter um 10 Stufen reduziert. Die Angabe erfolgt als logarithmischer Wert.
    ND 2.0 reduziert daher um 100 (2.0 = 10 hoch 2), ND3 = Faktor 1000 (10 hoch 3).
  • Manche Firmen geben auch den Faktor an, also z. B. 1000 für einen Filter ND3.

Stativ

Vor allem für Langzeitbelichtungen ist ein Stativ zwingend notwendig. Es sollte stabil genug sein, um auch einer Windböe am Meer stand zu halten.

Achten Sie beim Kauf des Stativs darauf, dass an der Mittelsäule unten ein Haken angebracht ist. Daran können Sie z. B. Ihren Fotorucksack hängen. Nein, nicht damit er aufgeräumt ist und nicht schmutzig wird. Das Gewicht zieht das Stativ quasi in den Boden und macht es so wesentlich stabiler.

Polfilter

Die Sonne bietet uns attraktive Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche. Oftmals ist das Glitzern in der Natur aber wesentlich attraktiver als auf dem Foto. Um die Lichtpunkte zu unterdrücken oder zumindest zu minimieren, verwenden Sie einen sog. Polfilter. Der hat auch gleich noch den Vorteil, dass er die Farben kräftiger und kontrastreicher abbildet. Der Himmel wird damit strahlend blau.

Zirkulare Polfilter bestehen aus zwei geschliffenen Glas-Filterscheiben, die sich verdrehen lassen. Nur in der richtigen Position tut der Polfilter seinen Dienst. Achten Sie daher darauf, dass er in die richtige Position gedreht ist. Ein kritischer Blick durch den Sucher hilft Ihnen dabei.

Verschiedene Motive

Am Meer

Das Spiel der Wellen am Meer ist immer ein interessantes Fotomotiv. Jedes Bild ist anders, jedes Bild ist voller Kraft. Sie können nur das Wasser fotografieren oder statische Objekte am Strand mit ins Bild einbeziehen. Halten Sie die Strukturen und Schatten an Steilküsten fest, oder die Spuren im Sand.

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  • Vielleicht machen Sie eine Serie von Wellenbildern?
  • Oder ein kleines Fotoprojekt mit dem Licht auf dem Wasser im Tagesverlauf?
    Nicht nur der obligatorische Sonnenuntergang bietet spektakuläre Motive.
  • An der Nordsee würde sich auch ein Projekt mit Ebbe und Flut anbieten.
    Am Wattenmeer könnte ich stundenlang fotografieren!
    (Auf unserer Fotoreise nach Sylt gibt es dazu wieder ausreichend Gelegenheit).
  • Oder Sie halten die Stimmungen bei unterschiedlichem Wetter fest.
  • Oder Sie fotografieren das Strandleben, die Wassersportler, die spielenden Kinder …
  • Oder …

 

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An Bächen, Flüssen und Wasserfällen

Damit Sie auch Bäche und Flüsse gut in Szene setzen können, sollten Sie lernen, die Fließgeschwindigkeit des Wassers abzuschätzen. Fließt das Wasser sehr schnell, können Sie mit einer relativ kurzen Belichtungszeit arbeiten, um es weich fließend darzustellen. Oft reicht da schon 1/30 Sekunde oder noch weniger. Plätschert der Bach nur dahin, benötigen Sie eine wesentlich längere Zeit. Ohne Stativ werden Sie aber dennoch nicht auskommen, wenn das Wasser auch auf dem Bild „fließen“ soll.

Mein Tipp: Erstellen Sie eine Belichtungsreihe mit verschiedenen Verschlusszeiten.

Arbeiten Sie an Wasserfällen besser mit einem Tele und halten Sie dadurch einen gewissen Sicherheitsabstand zum Wasser ein. Spritzer auf dem Objektiv können Ihr Foto schnell zerstören. Ein Spezialtuch zum Reinigen/Trocknen der Frontlinse gehört zur Grundausstattung in jeden Fotorucksack!

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An Seen

Auch bei ruhigen Seen empfehlen sich Langzeitbelichtungen. So sieht die Oberfläche wie Samt aus.

Ich liebe Schiffsrundfahrten. Sie boten mir schon vielfach Gelegenheit für Wasser-Impressionen. Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass sich das Schiff bewegt – Sie also kurze Verschlusszeiten brauchen, damit das Foto nicht verwackelt ist. Oder Sie machen aus der Not eine Tugend und fotografieren das vorbeiziehende Land mit Bewegungsunschärfe.

Fotografieren Sie auch das bunte Treiben der Segelboote auf dem Wasser. Aber achten Sie bei der Nachbearbeitung darauf: Solche Fotos dürfen Sie nicht spiegeln, da Segel und Boote meist beschriftet sind.

Ganz besonders reizvoll sind Spiegelungen in ruhigen Gewässern. Halten Sie danach Ausschau! Sie können das Objekt, das sich spiegelt, mit aufs Foto bringen oder nur die Spiegelung ablichten.

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Abstrakte Motive

Egal, wo Sie sich aufhalten: Wasser ist immer auch gut für abstrakte Fotos. Achten Sie auf die Strukturen und Spiegelungen. Verwenden Sie ggf. ein Makro oder Zwischenringe.

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Und wenn Sie gar nicht ans Wasser kommen, um die Tipps auszuprobieren, dann fotografieren Sie einfach in der Küche oder im Badezimmer. In unserem Wochenend-Grundlagenkurs pritscheln wir am Wasserhahn oder mit Eimern. Das macht Spaß und gibt erstaunlich gute Ergebnisse.

Ich wünsche Ihnen viel, viel Spaß am Wasser. Achten Sie auf Ihre Kamera! Wenn auch ihre Fotos viel Wasser vertragen, die Kamera tut es nicht.

 

 

 

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Annabelle Meinhold - 03.06.16 Reply

Liebe Frau Partikel, wieder ein toller Artikel, der meineWorkshops bei Ihnen nochmals Revue passieren lässt und mein Wissen auffrischen. Was ich noch unheimlich effektiv für mich fände, wäre, wenn Sie die Belichtungszeiten zu den einzelnen Fotos stellen könnten. 🙂

    helga partikel - 06.06.16 Reply

    Danke für den Kommentar und den Vorschlag, liebe Frau Meinhold. Es freut mich, wenn Ihnen die Beiträge gefallen und nützlich sind.

    Die Belichtungszeiten stelle ich immer nicht so gerne zu den Bildern, weil dies im Grunde nicht viel bringt. Jede Lichtsituation ist anders. Keine kann „nachgestellt“ werden. Aber ich werde mir Ihren Vorschlag dennoch überlegen.

    Herzliche Grüße
    Helga Partikel

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