18.07.16

Werner Bischof. Standpunkt

Werner Bischof. Standpunkt. Ausstellung im Kunstfoyer München. foto.kunst.kultur

Zum Anlass seines 100. Geburtstags wird im Kulturfoyer der Bayerischen Versicherungskammer die Ausstellung „Werner Bischof. Standpunkt“ gezeigt – eine Hommage an Bischofs Lebenswerk.

„Rund 220 Vintages (zeitgenössische Originalabzüge) und Dokumente aus dem Werner Bischof Estate geben einen umfassenden Überblick über seine Studioarbeiten, seine Aufnahmen zu Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, seine Asienreportagen und seine Bilder aus den USA und Südamerika. Die Kontaktbögen und Originalabzüge aus dem Estate werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt.“ – so die Ausschreibung der Ausstellung.

Wikipedia beschreibt den 1916 in Zürich geborenen Fotografen als einen der bekanntesten Reportage-Fotografen des 20. Jahrhunderts. Werner Bischof studierte an der Zürcher Kunstgewerbeschule Fotografie und Grafisches Gestalten. Für kurze Zeit betrieb er in Zürich ein Studio für Mode- und Werbefotografie, ging dann aber bald nach Paris, um sich dort als Maler niederzulassen.

Doch der  Krieg durchkreuzte Bischofs Pläne; er musste ab 1939 in der Schweiz Militärdienst leisten. In den kurzen Ruhephasen zwischen den Einsätzen fotografierte er vor allem Naturmotive. 1942 wurden seine ersten Fotos in der schweizer Monatszeitschrift „Du“ veröffentlicht.

SWITZERLAND. Zurich. "Floating snails". 1936.

 

„Dann kam der Krieg und damit die Zerstörung meines „Elfenbeinturms“. Das Gesicht des leidenden Menschen wurde zum Mittelpunkt.“

Im Auftrag der „Schweizer Spende“, einer öffentlichen Sammlung des schweizer Volkes als Ausdruck der Solidarität mit den Opfern Zweiten Weltkriegs, erstellt Bischof eine Dokumentation über das Nachkriegseuropa. Er fotografiert die zerstörten Gebiete, die Flüchtlingsströme und die Vertriebenen.

 

GERMANY. Berlin. 1946. The Reichstag building.

 

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„In diesem Sinne schuf Bischof Bilder, die zwar bittere Armut und tiefes Leid zeigen, doch auch Dokumente einer inneren Kraft und Willensstärke der abgebildeten Menschen sind.“, so die Ankündigung zur Ausstellung.

Seine machen auf ihn aufmerksam. Er erhält von der berühmten Agentur Magnum das Angebot, Mitglied zu werden. Seine Bilder werden in den auflagenstärksten Magazinen veröffentlicht.

Die Weichen als Kriegsberichterstatter sind gestellt. Werner Bischof verbringt u. a. vier Monats in Indien, fünf in Japan und drei in Indochina.

„Es trieb mich hinaus, das wahre Gesicht der Welt kennen zu lernen. Unser gutes, gesättigtes Leben nahm vielen den Blick für die ungeheure Not außerhalb unserer Grenzen.“

Am 16. Mai 1954 verunglückt Werner Bischof mit seinem Geländewagen tödlich in den Anden.

Die Ausstellung im Kunstfoyer ist die bislang bedeutendste Ausstellung, die über den Fotografen Werner Bischof konzipiert wurde. Kuratoren sind sein Sohn Marco Bischof und Isabel Sieben, die Leiterin des Kunstfoyers.

Werner Bischof. Standpunkt
Kunstfoyer der Bayerischen Versicherungskammer, München
bis 11. September 2016

 

HONG-KONG. 1952. Harbour of Kowloon.

 

PERU. During the celebrations for the opening of the Panama canal. March 1954.

Fotos veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Kunstfoyers der Bayerischen Versicherungskammer. Herzlichen Dank!

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