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Es ist alles eine Frage des Formats

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Es ist alles eine Frage des Formats

Hochformat? Querformat? Quadrat?

Immer wieder erlebe ich in meinen Fotokursen, dass Teilnehmer eine Vorliebe für bestimmte Bildformate haben. „Ich mag kein Hochformat“, höre ich da. Oder „Querformat liegt mir gar nicht.“ Das ist, mit Verlaub, Quatsch. Das Motiv bestimmt das Bildformat!

Auch das Ausgabemedium hat natürlich ein Wörtchen mitzureden. Wenn du ein Titelbild für eine Zeitschrift im Hochformat fotografieren willst, solltest du auch das Foto im Hochformat aufnehmen (es sei denn, du arbeitest mit mehreren Fotos oder freiem Platz für Text). Aber auch hier gibt es keine Ausnahme: Das Motiv hat das letzte Wort.

Es gibt Motive, die benötigen ganz einfach ein bestimmtes Format. Wenn du Schloss Nymphenburg im Hochformat fotografierst, wirst du niemals die gesamte Anlage aufs Bild bekommen. Zumindest nicht, wenn sie noch erkennbar sein soll. Für den Olympiaturm hingegen – um in München zu bleiben – wird in den meisten Fällen das Hochformat besser geeignet sein.

Die Wahl des Bildformats gehört zu den wichtigsten Mitteln der Bildkomposition. Durch die geschickte Wahl kannst du ein Motiv ganz gezielt in Szene setzen.

Stimmst du das Format auf den Inhalt des Fotos ab, steigerst du die Bildwirkung erheblich.

Es gibt natürlich auch Motive, da ist es nicht so eindeutig. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür für das richtige Bildformat. Am Anfang lohnt es sich, mehrere verschiedene Aufnahmen zu machen und/oder hinterher am PC mit den Formaten zu spielen.

Das Querformat

Das beliebteste Format von Kleinbild-Fotografen ist das Querformat (engl. landscape). Es entspricht unseren Sehgewohnheiten und ist praktisch zum Fotografieren. Da muss nichts gedreht oder gewendet werden. Man hält sich die Kamera vor die Nase und drückt auf den Auslöser. Das mag der Grund sein, warum so oft das Querformat gewählt wird.

Beim Betrachten des Fotos wandert der Blick von links nach rechts – in unserer natürlichen Leserichtung. Das Format strahlt auch Weite und Ruhe aus. Es wirkt stabil, weil die lange Seite unten liegt.

Auf jeden Fall wählen solltest du das Querformat, wenn das Motiv durch waagerechte Linien oder Formen definiert wird. Verlaufen Linien und Formen entgegengesetzt zum Bildformat, wird die gesamte Wirkung des Bildes geschwächt. Verwende dieses Format also immer dann, wenn du mit deinem Bild Ruhe ausdrücken willst.

Es ist das Format schlechthin für Landschaftsfotografie und Stillleben.

Helga Partikel
Landschaftsfotos wirken oft am besten im Querformat
Helga Partikel
Das Querformat verstärkt die horizontale Ausrichtung des Stegs.

 

 

Das Hochformat

Willst du mit deinem Foto nicht Ruhe sondern Aktivität, Größe und Kraft ausdrücken, empfiehlt sich das Hochformat (engl. porträt). Die kürzere Seite liegt unten, daher wirkt das Format eher instabil.

Ideal ist das Format für alle Motive, die vertikale Linien und Flächen aufweisen und dynamisch wirken sollen. Verwende dieses Motiv für Motive, die vertikal ausgerichtet sind: Bäume, Häuser, Türme, Wasserfälle …

Architektur- und Portrait-Aufnahmen werden häufig im Hochformat aufgenommen. Es eignet sich aber für jedes Motiv, dass außergewöhnlich dargestellt werden soll.

Helga Partikel
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Das Quadrat

Noch mehr Ruhe als das Querformat strahlt das Quadrat aus. Alle Seiten sind gleich lang, das Quadrat wirkt dadurch statisch und spannungslos – aber ausgeglichen.

Wenn du in RAW fotografierst, musst du deine Fotos am PC zuschneiden, um das Quadratformat zu erhalten. Aber schon beim Fotografieren solltest du wissen, dass du das Motiv später ins Quadrat setzen willst. Nur so kannst du dein Motiv gezielt im Bild platzieren. Fotografierst du im JPG-Format läßt sich meist schon bei der Aufnahme das Quadratformat festlegen. Nutze  diese Tatsache, um vom selben Motiv mehrere Aufnahmen zu machen und später zu vergleichen.

Besonders gut passt das Quadrat, wenn du runde oder dreieckige Motive zeigst.

Helga Partikel
Helga Partikel
Helga Partikel

 

Am besten, du übst viel an ein und demselben Motiv. Dann lernest am schnellsten zu unterscheiden, welches Format wann sinnvoll ist. Hier ein Beispiele, dass auch bei Portraitaufnahmen verschiedene Formate sinnvoll sind:

Helga Partikel
Helga Partikel
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  • Mariyane sagt:

    Danke für den Kommentar 🙂 Er ist für mich sehr hilfreich.
    Und dir Bilder sind zauberhaft.. einfach wunderschön 🙂

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