Ist mal wieder eine Großreinigung der Fotoausrüstung fällig?

Wenn ich Fotografen bei der Reinigung ihrer Kamera beobachte, stehe ich manchmal kurz vor einem Herzinfarkt: Da wird mit einem Papiertaschentuch oder dem Hemdsärmel das Objektiv gereinigt, die Kamera bei der Reinigung falsch gehalten, ... Sogar einen Staubsauger habe ich schon im Einsatz beim Reinigen der Kamera gesehen. 

Man kann einiges verkehrt machen beim Säubern der Ausrüstung. So manche Kamera war nach der Reinigung blitzblank - aber leider kaputt. Damit dir das nicht passiert, habe ich einige Tipps zusammengefasst.

Das richtige Equipment

Verwende zum Reinigen deiner Kamera unbedingt dafür vorgesehenes Equipment. Der Ärmel deines T-Shirts, ein Taschentuch oder Spülmittel gehören definitiv nicht dazu. Du riskierst Kratzer auf der Linse bzw. einen defekten Sensor.

Was du NICHT verwenden bzw. tun solltest

  • Taschentücher sind aus Zellstoff und daher kratzig. Sie mögen deiner Nase weich erscheinen, auf dem Objektiv hinterlassen sie feine Kratzer. Für die Reinigung des Sensors sind sie sowieso tabu.
  • Auch Stoff ist kratzig. Zudem kann sich in den Fasern feiner Schmutz verbergen, mit dem du beim Reinigen das Glas verkratzt.
  • Feuchte Brillenputztücher hinterlassen einen schmierigen Film auf dem Objektiv, oft enthalten sie Antibeschlagmittel. Es ist umstritten, ob die Flüssigkeit die Vergütung des Glases angreift. Lass also lieber die Finger davon.
  • Alkohol, Spülmittel und andere Flüssigkeiten sind tabu. Ausnahme: Spezielle Sensor- oder Linsen-Reinigungsflüssigkeiten.
  • Hauche dein Objektiv vor der Reinigung nicht an! Dabei gelangen winzige Tröpfchen säurehaltiger Spucke auf den Sensor.
  • Fasse nicht ins Innere der Kamera, berühre den Sensor weder mit den Fingern noch mit dem Blasebalg. Auch ein Mikrofasertuch ist für die Reinigung des Sensors nicht geeignet.

Equipment, das du brauchst

  • Einen Blasebalg
    Damit pustest du Staub/Sand von Gehäuse, Objektiv und Sensor. Achte darauf, dass der Blasebalg stark genug und von guter Qualität ist. Ein Mini-Blasebalg ist reine Geldverschwendung. Bei billiger China-Ware kann der Gummi zerbröseln. Damit bläst du dann den Dreck auf den Sensor statt ihn zu entfernen.
  • Einen feinen Pinsel
    Pinsel verwendest du nur zum Reinigen des Gehäuses. In den Haaren bleibt Staub hängen, den du direkt aufs Objektiv bzw. den Sensor reiben würdest.
  • Feines Mikrofasertuch
    Damit reinigst du das Gehäuse und das Display. Ist die Kamera nass geworden, kannst du sie mit diesem Tuch abtrocknen. Mikrofaser-Tücher sind aus den meisten Haushalten nicht mehr wegzudenken. Ich vermeide sie, weil sie aus Kunststoff bestehen und sich beim Verwenden/Waschen feine Fasern ablösen, die für die Umwelt schädlich sind.
    Es gibt diese Tücher in einer unendlichen Vielfalt, für jeden Zweck, von grob bis fein. Zum Reinigen der Kamera verwende ich ausschließlich spezielle Kameratücher oder auch (trockene!) Brillentücher.
  • Linsen-Reinigungsflüssigkeit
    Gegen hartnäckige Schmierer auf der Objektivlinse kommst du nur mit einer Flüssigkeit an. Es gibt spezielle Linsen-Reinigungsflüssigkeiten. Ich verwende die Sensor-Reinigungsflüssigkeit (siehe unten). Bislang habe ich gute Erfahrungen damit gemacht und auch nicht gelesen, dass es der Linse schaden würde. Aber du weißt schon: Die Anwendung meiner Tipps erfolgt auf eigene Gefahr. 
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Mit diesem Sets von Lens Aid hast du alles in einem Paket. Ich habe sie selbst zwar nicht, aber ich weiß von Kursteilnehmern dass sie damit zufrieden sind:

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Wenn du den Sensor selbst reinigen willst

  • Swabs für die Reinigung des Sensors
    Swabs sind spezielle Reinigungsstäbchen, mir deren Hilfe du den Sensor reinigst. Verwende sie immer mit einer speziellen Sensor-Reinigungsflüssigkeit. Es gibt Swabs in verschieden Größen, z. B. für Vollformat- (24 mm), MFT- (12 mm) oder APS-C-Sensoren (16 mm). Achte beim Kauf also auf die richtige Größe.
  • Sensor-Reinigungsflüssigkeit
    Damit benetzt du ein Reinigungsstäbchen und säuberst den Sensor. Verwende bitte ausschließlich spezielle Sensor-Reinigungsflüssigkeiten. Spülmittel oder andere Flüssigkeiten haben auf dem Sensor nichts zu suchen.
Sensorreinigungsgerät

Ich verwende zum Reinigen des Sensors den Arctic Butterfly von Visible Dust und die dazu passende Lupe (mit Licht). Mittlerweile gibt es diese Geräte von Visible Dust auch mit eingebauten LEDs, die eine Lupe überflüssig machen.

Das batteriebetriebene Gerät hat einen sehr weichen Pinsel. Man schaltet es außerhalb der Kamera ein und läßt den Pinsel ein paar Sekunden rotieren. Dadurch fliegt zuvor aufgenommener Staub weg; der Pinsel wird statisch aufgeladen, sodass er den Schmutz besser aufnehmen und festhalten kann.

Diese Geräte sind leider nicht sehr günstig, funktionieren aber super und sind eine Lebensanschaffung. Sie machen mich unabhängig von Sensorreinigungen beim Händer.

Beim Reinigungsgerät würde ich ein Markengerät wählen, bei der Lupe kannst du sicher auch mit einem einfachen Teil nichts kaputt machen.

Reinigungsstifte
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Reinigungsstifte werden hoch gelobt. Ich kann dazu leider nicht viel sagen, da ich sie bislang nicht verwende. Solche Stifte verfügen über einen Pinsel und über min. ein Pad zum Reinigen der Linse. Wenn du einen Stift einsetzt, dann verwende das Pad für die Linsen und den Pinsel für das Gehäuse.

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Du hast das notwendige Equipment? Dann kann es los gehen.

Gehäuse reinigen

  1. Wenn die Kamera sehr verdreckt ist, und du ganz gründlich reinigen musst, entferne vorher alle abnehmbaren Teile von der Kamera, z. B. den Gurt, die Augenmuschel und den Batteriegriff. Das Objektiv würde ich zunächst aufgeschraubt lassen, damit der Sensor nicht unnötig lange frei liegt. Weit praktischer zum Reinigen: Du entfernst das Objektiv und setzt den Deckel auf, der beim Kauf der Kamera angebracht war. 
  2. Puste mit dem Blasebalg den groben Dreck weg. Puste auch in die Rillen der Kamera.
  3. Reinige die Kamera mit einem Mikrofasertuch. Falls nötig, kannst du es mit ein wenig (!) Wasser anfeuchten (nebelfeucht). 
  4. Reinige die Rillen der Kamera mit einem Pinsel. Fahre auch um alle Knöpfe und Schalter.
  5. Putze auf die gleiche Weise alle Teile, die du vorher abgenommen hast.

Tipp

Der Sucher lässt sich prima mit einem leicht (!) angefeuchteten Wattestäbchen reinigen.

Objektive reinigen

Nun kommt das Objektiv dran. Entferne es zum Reinigen von der Kamera und setze zunächst beide Deckel auf. Entferne ggf. aufgesetzte Filter.

  1. Zum Reinigen des Gehäuses gehst du wie bei der Kamera vor. Benutze erst den Blasebalg, dann das Mikrofasertuch und den Pinsel.
  2. Nimm den vorderen Objektivdeckel ab.
    Sei bei der Reinigung der Linse äußerst behutsam. Das Glas ist sehr empfindlich. und zerkratzt leicht. Blase zunächst den Schmutz mit dem Blasebalg von der Linse (dabei die Linse nicht berühren). Halte dazu das Objektiv so, dass das Glas nach unten zeigt. An den Rändern setzt sich der Staub besonders gerne fest. Blase dort unbedingt öfter hin.
  3. Reinige nun die Linse mit einem sauberen Mikrofasertuch. Besprühe das Objektiv ggf. mit etwas (!) Linsen-Reinigungsflüssigkeit.

Achtung

Das hintere Glas eines Objektivs ist noch empfindlicher als die Linse vorne; eine Reinigung ist daher nur im Ausnahmefall empfehlenswert. Setze bei einem Objektivwechsel unbedingt SOFORT den hinteren Deckel auf. Lasse ein Objektiv keinesfalls ohne diesen Schutz liegen oder stecke es ungeschützt in die Kameratasche. 

Wenn du so vorsichtig mit deinem Objektiv umgehst, wird eine Reinigung des hinteren Glases nie nötig sein.

Für eine gründliche Reinigung der gesamten Ausrüstung säuberst du nun alle deine Objektiv.

Filter reinigen

Auch Filter müssen ab und zu gereinigt werden.

  1. Entferne den groben Schmutz mit dem Blasebalg.
  2. Reinige den Filter mit einem sauberen Mikrofasertuch und ggf. etwas Linsen-Reinigungsflüssigkeit.

Sensor reinigen

Mich nervt es gewaltig, wenn ich nach einem Shooting stundenlang in Lightroom Sensorflecken entfernen muss.

Bei einer Spiegelreflexkamera kommen lästige Sensorflecken weniger oft auf, weil beim Wechsel des Objektivs der Sensor durch den Spiegel zumindest etwas geschützt ist. 

Mit spiegellosen Systemkameras sind Sensorflecken eine echte Plage geworden. Wenn ich am Strand fotografiere und das Objektiv mehrfach wechsle, kann die Reinigung des Sensors auch schnell zur täglichen Pflicht werden (zumindest die Trockenreinigung). Wenn du die Sensorreinigung nicht selbst durchführen kannst, bist du entweder Dauergast beim Händler oder musst mit dem Entfernen der Flecken am PC leben. Für mich ist beides keine Option. Aber:

Eine Sensorreinigung ist eine Sache für sich. Man muss äußerst vorsichtig dabei umgehen, um den Sensor nicht zu beschädigen.

Dennoch: Es ist keine Zauberei. Ich habe mir vor langer Zeit ein spezielles Equipment für die Sensorreinigung angeschafft (Visible Dust, siehe oben). Das habe ich auch dabei, wenn ich mit der Kamera auf Reisen gehe.

Tipp

So mancher Sensorfleck lässt sich vermeiden, wenn du dein Objektiv richtig wechselst. Es ist sicherlich bequemer, die Kamera dabei so zu halten, dass das Objektiv nach oben zeigt. Allerdings: Leise rieselt der Staub ... und fällt direkt auf den Sensor. Halte daher unbedingt beim Wechseln die Kamera so, dass das Objektiv NACH UNTEN zeigt.

Ist eine Sensorreinigung notwendig?

Prüfe zunächst, ob die Sensorreinigung wirklich notwendig ist. Die meisten Kameras verfügen über eine Reinigungsfunktion, die beim Ein- und/oder Ausschalten der Kamera automatisch durchgeführt wird. Schalte die Kamera also ein paar Mal hintereinander ein und aus und mache dann einen Sensortest.

Was ist sinnvoller? Sensorreinigen beim Einschalten, Ausschalten der Kamera oder beides?
Das ist sicher Ansichtssache. Ich habe meine Kamera so eingestellt, dass sie den Sensor beim Einschalten reinigt. Denn: Wer garantiert, dass der Sensor zwischen Aus- und Einschalten nicht wieder verdreckt wird? Beides halte ich für übertrieben.

Der Sensortest

  1. Fotografiere formatfüllend ein weißes Blatt Papier mit geschlossener Blende (z. B. 22).
  2. Prüfe das Bild auf Flecken. Ich lade es dazu in Lightroom und schaue es in der 100%-Ansicht an. 

So gehst du vor

Achtung

Sei äußerst vorsichtig beim Reinigen des Sensors. Berühre ihn nicht mit den Fingern. Reinige die Kamera nur in einem trockenen geschlossenen Raum, als nicht auf dem Balkon, im Badezimmer oder auf der grünen Wiese. Eine unsachgemäße Reinigung kann deine Kamera zerstören.

Wenn du dir unsicher bist, bringe die Kamera lieber zum Händler. Die Reinigung erfolgt immer auf eigene Gefahr. 

Spiegelreflexkamera

Nach dem Abschrauben des Objektivs siehst du zunächst den Spiegel. Auch er ist empfindlich. Berühre ihn daher nicht mit den Fingern.

Wenn du eine Spiegelreflexkamera reinigen willst, musst du den Spiegel zur Reinigung dauerhaft nach oben klappen. Dazu gibt es einen Befehl im Menü. Du solltest auf keinen Fall einfach den Auslöseknopf während der Reinigung gedrückt halten. Lässt du ihn versehentlich los, und der Spiegel klappt herunter während dein Equipment in der Kamera steckt, kannst du dich wahrscheinlich von der Kamera verabschieden. Suche also lieber nach dem Menüpunkt für die Reinigung und klappe den Spiegel dauerhaft hoch.

Trockenreinigung

Oft hilft eine Trockenreinigung des Sensors. Eine Nassreinigung solltest du nur durchführen, wenn die Flecken mit der Trockenreinigung nicht entfernt werden konnten.

  1. Halte die Kamera beim Reinigen so, dass die Öffnung nach unten zeigt, damit der Staub herausfallen kann.
  2. Puste das Innere der Kamera mit dem Blasebalg aus.
  3. Mache den oben beschriebenen Sensortest.

Immer noch Flecken? Dann hilft nur eine Nassreinigung.

Nassreinigung

Die Nassreinigung erfolgt immer erst nach der Trockenreinigung. Auch wenn du vorab schon sicher bist, dass sie notwendig ist, musst du vorher eine Trockenreinigung durchführen.

  1. Träufle zwei bis drei Tropfen der Sensor-Reinigungsflüssigkeit auf einen Swab (siehe oben). Ziehe den Swab vorsichtig von der einen Seite des Sensors zur anderen. Drehe den Swab und ziehe ihn mit der anderen Seite zurück.
  2. Führe den Sensortest durch.

Noch immer Flecken? Wiederhole den Vorgang. Wenn du ein Gerät wie den oben beschriebenen Arctic Butterfly besitzt, stelle ihn außerhalb der Kamera an und lasse den Pinsel ein paar Sekunden lang rotieren. Dann stellst du ihn aus und fährst mit dem Pinsel vorsichtig über den Sensor. Hast du eine beleuchtete Lupe? Dann kontrolliere den Sensor mit der Lupe nach Sensorflecken. Führe danach noch einmal einen Sensortest durch.

Alle Kameras, Objektive und Filter sind sauber? Gratulation! Fotografieren macht mehr Spaß, oder? 

Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

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Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

Besser geht's nicht

Liebe Helga, der Kurs im Pichlschloss mit dem Thema Licht war für mich ein sehr beeindruckendes Erlebnis, das immer noch nachwirkt und ich habe viel gelernt. Dazu noch das Pichlschloss als Kursort, einfach großartig! Eine ideale Kombination aus Lernen und Urlaub, besser geht's nicht!

Christa Schiffner

Wir hatten viel Spaß zusammen

Vielen Dank für dieses tolle Wochenende. Die location hat ein wunderschönes Ambiente und war von Dir sehr passend gewählt. Die Atmosphäre war dank Dir locker und entspannt. Wir hatten viel Spaß zusammen. Trotzdem - oder besser: gerade deswegen - habe ich viel gelernt und sehr viel aus diesem Kurs mitgenommen. Ich freue mich schon auf den nächsten Kurs.

Christa

Dank dieser guten Einführung sind meine Bedenken weg

Nach längerem Zögern habe ich mich entschlossen, Lightroom CC zu abonnieren. Ich hatte Bedenken, dass mir das Programm zu komplex ist und ich damit nicht umgehen könnte.

Dann habe ich den Lightroom-Kurs bei Helga Partikel gemacht. Dank dieser guten Einführung sind meine Bedenken weg und ich finde jetzt Spaß an dem Programm. Danke für diesen Kurs!

Christa
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