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Tipps für die Beleuchtung von Fotografien

Was tun mit all den wunderbaren Fotos, die man gemacht hat? An die Wand hängen ist eine Möglichkeit. Aber dann sollte man auch dafür sorgen, dass die Fotos gut beleuchtet sind. Daniela Schär von der Lichtkultur GmbH verrät, worauf es an kommt:

Tipps für die Beleuchtung von Fotografien

Gastbeitrag von Daniela Schär, Lichtkultur GmbH, Dresden

Als Fotograf freut man sich natürlich, wenn man wundervolle Momente für die Ewigkeit festhalten konnte. Viele von ihnen werden in digitalen Ordnern oder in analogen Fotoalben aufbewahrt, besondere Meisterwerke sind es jedoch wert, sie als großformatige Fotodrucke auszustellen, sei es in den eigenen vier Wänden oder in einer Galerie.

Damit dann feinste Farbnuancen und kleinste Details gut erkennbar sind, spielt die Beleuchtung des Bildes eine wichtige Rolle. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten, schließlich soll das Licht die empfindlichen Materialien nicht beschädigen, die Farben nicht verfremden und die Wirkung des Bildes nicht dämpfen. Im folgenden Beitrag finden Interessierte daher einige wissenswerte Hinweise zum Thema Bildbeleuchtung.

Schädlichkeit des Lichts auf Farben und Bildträger

Sowohl natürliches als auch künstliches Licht beinhalten kurzwellige UV- und langwellige IR-Strahlung. Bilder aller Art nehmen Schaden, wenn sie beiden für zu lange Zeit ausgesetzt sind: Die Farben verblassen und vergilben, während sich das Trägermaterial verformt und spröde wird. Insbesondere auf Fotopapier entwickelte Bilder sind sehr lichtempfindlich, während z.B. Tintenstrahldrucke auf Leinwandgewebe deutlich beständiger gegenüber den schädlichen Lichteinflüssen sind.

Neben der Materialwahl ist in diesem Zusammenhang auch die Wahl des Standorts von Bedeutung. Fensterlose Räume wie Flur und Treppenaufgang sind natürlich optimal, doch wollen die meisten vor allem das Wohnzimmer mit ihren Meisterwerken schmücken. Am besten eignen sich hier Wände, die nicht direkt von der Sonne beschienen werden oder nur die schwachen Sonnenstrahlen am Morgen oder Abend abbekommen. Ansonsten helfen Vorhänge und Rollos die Werke tagsüber zu schützen. Wer seine Fotos in einem Rahmen mit Glas ausstellt, schützt diese zusätzlich vor UV- und IR-Licht. Im Falle von Fotopapier ist dies sogar dringend geboten.

Akzentlicht für Fotodrucke

Fotografien wie Bilder allgemein, die mit Licht in Szene gesetzt werden sollen, kommen besonders dann wirkungsvoll zur Geltung, wenn die Grundbeleuchtung des Raumes mittels eines Dimmers gedämpft oder durch indirektes Licht bereitgestellt wird. Die Bilder selbst werden mit direktem Akzentlicht angestrahlt, das deutlich heller ist als das Umgebungslicht. Dabei ist darauf zu achten, dass der Lichtstrahl ausschließlich die Bildfläche beleuchtet und nicht das, was sich in unmittelbarer Nähe des Fotos befindet. Weder durch den Rahmen, noch durch die davor stehende Person dürfen Schatten auf der Bildfläche gelangen.

Dezente Bilderleuchten und Schienensysteme

Im Handel stehen hierfür spezielle Bildleuchten zur Auswahl, die sich durch eine dezente Struktur auszeichnen und am besten für großformatige Fotodrucke geeignet sind. Sie werden entweder auf der Rückseite am Rahmen befestigt, oder als Wandleuchte über dem Bild montiert, was natürlich entsprechende Stromanschlüsse voraussetzt. Manche Modelle verfügen über eine bewegliche Struktur, so dass der Lichtstrahl an die jeweilige Bildgröße angepasst werden kann. Die Bilderleuchte Leonardo 2 von Kolarz (Foto oben) kommt sogar mit einem integrierten Dimmer, dank dem sich die Lichthelligkeit stufenweise regulieren lässt.

Eine weitere Alternative stellen Schienensysteme für die Deckenmontage dar. Auf ihrem Träger können beliebig viele Leuchtenköpfe an beliebiger Stelle befestigt werden, deren Lichtstrahl obendrein punktgenau auf die jeweiligen Fotobilder ausgerichtet werden kann. Diese Beleuchtungslösung bietet dem Nutzer viel mehr Flexibilität, da er so immer wieder neue Fotografien – auch in anderen Formaten – aufhängen kann. Obendrein sind Schienensysteme mittlerweile in minimalistischen Designs erhältlich, so dass sie sich leicht in vielfältige Einrichtungsstile integrieren lassen.

Tipps für die Beleuchtung von Fotografien: Wahl der Leuchtmittel

Künstliches Licht beeinflusst sehr stark, wie wir die Farben eines Bildes wahrnehmen und wie leicht wir zarte Details erkennen. Zudem trägt es zu einem bestimmten Lichtambiente bei, welches die Wirkung der Fotografie mit beeinflusst. Wie eingangs erwähnt kann die im Kunstlicht enthaltene UV- und IR-Strahlung sowie die Wärmestrahlung die Bildqualität aber auch auf Dauer verschlechtern.

Am besten eignen sich für die Beleuchtung von Bildern Niedervolt-Halogenlampen mit IRC-Beschichtung, auch Halogenlampen mit Kaltlichtreflektor genannt. Sie geben die schädliche Wärmestrahlung nicht nach vorn, sondern nach hinten in das Lampengehäuse ab.

Obendrein bieten Halogenlampen unter allen Leuchtmitteln die beste Lichtqualität: Sie strahlen ein brillant-weißes Licht aus, das Farben naturgetreu wiedergibt. Zu erkennen ist dies am Farbwiedergabe-Index Ra, der auf der Verpackung vermerkt ist und in Hinblick auf die Bildbeleuchtung idealerweise einen Wert zwischen 90 und 100 haben sollte.

Für die Lichtatmosphäre ist dagegen die Angabe zur Lichtfarbe entscheidend, die Warmweiß oder Neutralweiß sein sollte. Außerdem kann ein Halogenstrahler sein Licht gebündelt oder breitstrahlend abgeben, was mit harten bzw. weichen Schattenverläufen am Rand des Lichtkegels einher geht. Auch diese Kriterien sollten sie also bei der Lampenauswahl berücksichtigen.

Daniela Schär, Lichtkultur GmbH, Dresden

Foto: Daniela Schär, Bilderleuchte Leonardo 2

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