PferdeAugenBlicke von Ruth Marcus

PferdeAugenBlicke von Ruth Marcus

Ruth Marcus

PferdeAugenBlicke von Ruth Marcus

Ruth Marcus ist ein Glücksfall in Sachen Pferdeliteratur …

– so beginnt das Vorwort von Prof. Dr. Klaus Zeeb zu dem neuen Buch der Tierfotografin Ruth Marcus. Der Tierverhaltensforscher und Veterinärmediziner führt weiter aus:

… Bei ihr verbindet sich eine ausgeprägte Empathie in Bezug auf Tiere mit künstlerischem Blick und fotografischem Können …

Er hat recht: Ruth Marcus ist ein Glücksfall – aber nicht nur in Sachen Pferdeliteratur. Sie ist ein Glücksfall für die Tierfotografie und ich empfinde es als persönlichen Glücksfall, ab und an mit ihr telefonieren zu dürfen. Immer wieder nehme ich ihre Bücher, wie z. B. „HundeAugenBlicke“, „Welpen. Ich wird dann mal ein Hund“ oder „Katzen“ zur Hand. Mit ihrer Art, das Wesen eines Motivs durch Reduktion heraus zu kitzeln, spricht sie mir aus der Seele. Weniger ist mehr.

In ihrem eigenen Text zum Buch schreibt sie von ihrer Vorliebe für die Skulpturen August Gauls (1869-1921), die sie schon als Kind bewundert und später fotografiert hat. „Bei ihm erlebte ich die Tiere als Individuen und nicht als vor Klischees triefende Abziehbilder. Formal abstrahiert, auf das Wesentliche reduziert, im Wesen erfasst: Genau so wollte ich Pferde fotografieren.“  Schon ein kurzer Blick ins Buch beweist: Es ist mehr als perfekt gelungen.

Ein kurzer Blick? Unmöglich. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, lässt nicht mehr los. Man verliert sich in einzelnen Bildern, wundert sich über so manche Perspektive. So hat man Pferde noch nie gesehen. Jede einzelne Falte, jedes Härchen ist erkennbar – und doch geht es der Fotografin nicht um Perfektionismus in Sachen Fototechnik. Sie schreibt:

Wenn etwa bei dem Pferdemaul jedes der unzähligen Härchen und die weiche, leicht gefaltete Haut sichtbar sind, meint man genau zu wissen, wie sich ein Pferdemaul anfühlt. … Der Mode in der Fotografie, die glaubt, dass man jede Pore und jede Hautrötung eines Menschen sehen muss, um dessen Wesen zu erfassen, kann ich allerdings nichts abgewinnen. Weit mehr fühle ich mich zu den Bildern hingezogen, auf denen die Unschärfe Rätsel aufgibt und so einen ganz eigenen Zauber verbreitet.[/su_quote]

Eckhard Fuhr, Korrespondent für Kultur und Gesellschaft der Tageszeitung DIE WELT gesteht in seinem Vorwort:

Bevor ich „PerdeAugenBlicke“ in den Händen hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, wie intensiv man sich in die Betrachtung von Pferdenüstern versenken kann.

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Mittlerweile habe ich vielen Teilnehmern meiner Fotokurse das Buch gezeigt. Und immer wieder tauchte die Frage auf: Wie macht sie das? Ruth Marcus gibt ganz genau Auskunft. Sie erzählt in dem Buch, wie Sie den Weg zu ihren Fotos gefunden hat, sie schreibt vom Aufwand, den schwarzen Hintergrund zu installieren, vom Kampf mit dem Wind und dem Licht.

Ja, und wenn dann ein wundervoller, sauberer Friesenhengst, voller Spannung und hinreißender Bewegungen, vor einem steht, kommt eine große Wolke und raubt der Szene einen wesentlichen Teil ihres Zaubers.

Die Bilder zeigen ihre Nähe zu den Tieren. Ich bin überzeugt: Kein Mensch könnte so eindrucksvolle Bilder von Tieren machen, wenn die Tiere nicht Vertrauen fassen würden. Ihre große Liebe zu den Tieren zeigt sich in jedem Bild. Das ist z. B. das Foto von ihrem eigenen Hengst Sharon, der tief und ruhig schläft, während sie ihn fotografiert. Oder das Bild, in dem der Hengst neugierig durchs Fenster schaut. Ruth Marcus lebt und wohnt mit ihren Tieren. Sie leisten ihr beim Frühstück Gesellschaft, blicken ihr beim Lesen der Zeitung über die Schulter und wagen einen neugierigen Blick durchs Fenster, wenn sie ihre „Besitzerin“ vermissen.

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Bei so viel Liebe und Vertrauen zwischen Mensch und Tier – wen wundert es da, dass auch Tiere zueinander finden, die sich sonst eher vorsichtig gegenüber stehen? Der Hengst Sharon scheint hingerissen zu sein von der englischen Bulldogge Meile. Seine zarten Liebeserklärungen wurden von Ruth Marcus ebenso liebevoll eingefangen.

Sie beschreibt ein Fotoshooting auf dem Connemara Gestüt in Kinzighausen.

Den Mutterstuten mit ihren Fohlen wurde ich auf der Weide zunächst von der Besitzern des Gestüts förmlich vorgestellt … Durch kleine Dienstleistungen, wie Bremsen töten, Fliegen verscheuchen und natürlich das Kratzen an problematischen Stellen, habe ich in der Folgezeigt meine Seriosität immer wieder unter Beweis gestellt. … Gelegentlich wurde mir sogar die Aufsicht über die Kleinen anvertraut, während die Mütter im Schatten der Bäume dösten.

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Beim Fotografieren der Pferde wurde für mich auch zur Gewissheit, was ich schon immer geahnt habe: Die Unterschiede zwischen Mensch und Tier sind weit kleiner, als menschliche Hybris uns das glauben lässt.[/su_quote]

Sie schließt mit einem amüsanten Vergleich von Hengsten und Männern und mit dem Satz:

Sehen, fühlen, erklären, verstehen und dann lachen, vielleicht kann das ein Weg sein, um mit anderen Lebewesen achtsam umzugehen.

Mein Resümee zu dem Buch PferdeAugenBlicke von Ruth Marcus

Ich bin tief beeindruckt von diesem Buch und kann es nur jedem Foto- und Tierfreund wärmstens empfehlen. Es liegt bei mir aufgeschlagen auf dem Schreibtisch. Jeden Tag blättere ich darin, schlage eine andere Seite auf und vertiefe mich in das Bild.

Ich freue mich sehr darüber, dass mir Ruth Marcus die hier gezeigten Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat. Ein herzliches Dankeschön an Sie, liebe Frau Marcus. Ich wünsche Ihnen alles Liebe, immer gutes Licht und viel Freude bei der Arbeit mit den Tieren. Ich bin schon sehr gespannt auf Ihr nächstes Werk!

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Mehr über Ruth Marcus und zwei großartige Videos findest du hier.

Ruth Marcus
PferdeAugenBlicke

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38,0 x 26,0 cm, gebunden, 192 Seiten, mit 160 schwarzweißen Abbildungen
ISBN 978-3-86873-657-1

Webseite Ruth Marcus

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