Gesine Frölich erzählt von ihrer Arbeit mit Fotoprojekten

Gesine ist Malerin und Fotografin. Wir haben uns bei einem Fotoworkshop kennen gelernt, den sie vor ca. drei Jahren bei mir besucht hat. Seitdem hat sie an einigen meiner Workshops teilgenommen und mich auch auf Fotoreisen begleitet. Gesine arbeitet vornehmlich in Projekten. In einem Gespräch wollte ich mehr zu ihrer Projektarbeit erfahren.

Helga Partikel (HP): Gesine, ich weiß von dir, dass du hauptsächlich in Projekten arbeitest. Was reizt dich so sehr an der Projektarbeit?

Gesine Frölich (GF): Ich habe ein sehr ereignisreiches Leben hinter mir. Früher war es das Tagebuch, das Fotoalbum usw., heute hat man die Möglichkeit mit viel Disziplin seine Gedanken in einem Projekt anzulegen. Für mich ganz wichtig war die konsequente Anleitung im Unterricht bei Helga Partikel. Da habe ich gelernt, wie ich Bilder bearbeite, in einem Buch ins richtige Format bringe und wie man die Seiten vom Layout her richtig gestaltet.

HP: Vor ca. drei Jahren hast du angefangen, dich neben der Malerei auch der Fotografie zu widmen. Wie viele Projekte hast du seitdem umgesetzt?

GF: Es sind nun schon einige Bücher, die in meinem Regal stehen. Beispiele:

  • „Zweistein“ - die Unterhaltung vom schlauen Zweistein mit mir.
  • „Nina und Loli“ - ein Kinderbuch über die Fragen von Kleinkindern.
  • „Fast nichts“ - ganz stark farblich reduzierte Fotos.
  • „Rot/Schwarz/Weiß" - fotografische Komposition von den drei Farben.
  • „Handschrift der Natur“ - die Beschäftigung mit den wunderbaren Handschriften in der Natur und den grausigen Malereien von Menschen auf Gebäuden in der Natur.
  • „Der unterbewußte Gedanke“ - Erkenntnisse, die ich bei der Wahl von Fotos und der Frage entstehen, warum ich sie gewählt habe.

HP: Das sind tolle Projektideen. Wie findest du denn die Themen für ein Projekt?

GF: Die Themen springen mich an. Man muss es nur zulassen, dass sie „unter die Haut“ gehen.

 

HP: Ein Projekt ist ja mehr, als die Aneinanderreihung von Fotos. Wie gehst du konzeptionell vor?

GF: Wenn mich ein Wort, ein Gedicht, ein Gedanke beim Spaziergang o.ä. „anspringt“, bin ich ganz konsequent und forsche über das Ausgewählte nach. Das Internet bietet sich da hervorragend an.

Ein Beispiel: Es regnet, und ich suche im Internet Gedichte über den Regen. Nun zeigen sich viele Möglichkeiten. Im Hinterkopf habe ich natürlich bei der Wahl des Gedichtes, ob ich das auch fotografisch umsetzen kann.

Mit diesem Anfang kommen auf einmal ungeahnte Gedanken für die Fotografie. Das Gute bei einem literarischen Text ist, dass der rote Faden des Projekts schon gegeben ist. Bei anderen Ideen, z. B. der Umsetzung eines einzelnen Worts, hat man viel mehr Vorarbeit bis man die Abfolge eines Projekt festlegt.


HP: Und wie findest du die Bilder zu deinem Projekt?

GF: Wenn man so vorgeht, merkt man, dass man die Augen auf das gewählte Thema fokussiert hat. Man muss nur anfangen und fotografische Momente einfangen, die zur Idee des Projekt passen könnten. Ein Großteil der Bilder löscht man auch wieder, aber man ist dann ein Stück weiter, weil man weiß, was man nicht will. Von da an schaut man kritischer in den Sucher des Fotoapparats. Durch die Projektsuche im wahrsten Sinne des Wortes „findiger“ wird.


HP: Das klingt nach vielen Bildern. Da ist eine straffe Organisation notwendig, will man nicht allzu viel Zeit mit der Auswahl der Bilder für das Projekt verbringen. Wie gehst du dabei vor?

GF: Die Organisation ist wirklich wichtig. Nach dem Fotografieren importiere ich die Bilder in Lightroom. Hier lege ich mir eine Sammlung für das Projekt an. So habe ich einen Überblick über meine Fotos.

Die für passend gefundenen Bilder bearbeite ich in Lightroom. Nun sortiere ich die Bilder nach einer passenden Reihenfolge. Aus dem Ordner kann ich sie in die gewählte Software einbringen.


HP: Und was machst du mit deinen Projekten? Wie präsentierst du sie?

GF: Die meisten Projekte stehen bei mir im Bücherschrank, und ich kann sie meiner Familie, meinen Freunden und interessierten Kollegen zeigen.

 

HP: Hast du einen bevorzugten Fotobuch-Anbieter?

GF: In den vergangenen Jahren habe ich sehr viel bei dem Anbieter Fotopost 24 gemacht. Seit einiger Zeit bin ich zu blurb gewechselt.

Das tollste ist, dass ich seit Kurzem InDesign erlerne. So kann ich die Bücher professioneller erstellen und vielleicht auch einmal als eBook anbieten. Das kann ich aber noch nicht, aber „wer immer strebend sich bemüht, …“.

Gesines Rat für die Arbeit mit Fotoprojekten

HP: Was würdest du Hobbyfotografen raten, die zum ersten Mal an einem Projekt arbeiten?

GF: Ich finde, dass man sich vor allem weiterbilden muss. Das heißt: Erlernen von Fototechnik, Komposition, Lightroom usw. Und natürlich Austausch mit Gleichgesinnten, Betrachten von Projekten anderer. So bekommt man für die entdeckte Leidenschaft Mut zur eigenen Arbeit und die Fähigkeit, ein Projekt zu erstellen.

Am allerwichtigsten ist natürlich immer, Freude an guten, eigenen Bilder zu haben und stolz auf seine Fortbildungs-Kenntnisse zu sein.

HP: Ein herzliches Dankeschön für das Gespräch, liebe Gesine. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Freude mit deinen Projekten und hoffe darauf, dass eine oder andere hier einmal vorstellen zu dürfen. Einen kleinen Auszug gibt es bereits jetzt:

Alle Bilder © Gesine Frölich

Bilder aus dem Projekt „Rot/Schwarz/Weiß"

Bilder aus dem Projekt "Zweistein"

Aus dem Projekt "Handschrift der Natur"

Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

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Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

Eine Insel mit vielen Gesichtern

Sylt, eine Insel mit vielen Gesichtern. Eine Gruppe, sprühend vor Kreativität. Bestens "be-reet-dacht" durch Bärbel. In den richtigen Rahmen gebracht durch dich, liebe Helga! Die Ergebnisse der Woche sprechen für sich! Ein herzliches Danke für diese inspirierende Woche!

Brigitte

Wir haben uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen.

Der SW-Kurs auf dem Egglhof als Präsenzveranstaltung war für mich ein wirkliches Highlight. Nicht nur weil die besondere Atmosphäre des Hofes alle Sinne (auch die leiblichen) beflügelt sondern auch den kreativen Rahmen eines wohlwollenden Interesses bietet, in dem die Bildbesprechungen abgehalten werden. Die Besprechungen der eigenen Bilder sowie die der anderen Teilnehmer sind sowieso die Höhepunktes eines jeden Seminars.
Vielen Dank Helga für deine engagierte Art, die knallharte (konstruktive) Kritik und die netten Gespräche nebenbei. Wir haben uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen.

Uli

Dein Aufbau, deine Tipps und Erklärungen sind genial!

Liebe Helga,
ich möchte dir ein Lob aussprechen: Auch wenn da viel schöne Arbeit und reichlich Unbekanntes auf mich wartet, dein Aufbau, deine Tipps und Erklärungen sind genial! Wieviel Arbeit du da reingesteckt hast, Respekt!

Klaus
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