Licht. Die große Fotoschule

Heute möchte ich Ihnen ein Buch vorstellen: Licht: Die große Fotoschule, geschrieben von Eib Eibelshäuser, erschienen im Rheinwerk-Verlag.

Licht ist das Allerwichtigste in der Fotografie. Ohne Licht kein Foto. Zum Glück ist es fast immer da. Aber gerade das Licht macht uns Fotografen das Leben manchmal ganz schön schwer.

Landschaftsfotografen wissen ein Lied davon zu singen: Gute Landschaftsaufnahmen leben vom Licht. Und gute Landschaftsfotografen wissen das. Man fährt zum gewünschten Ort – aber das erträumte Licht ist nicht da, die Landschaft wirkt fahl. Also fährt man noch einmal hin. Und noch einmal. Und noch einmal … Wettervorhersagen und Apps, die den Stand der Sonne und Monds anzeigen, helfen zwar weiter, eine Garantie für das richtige Licht vor Ort aber sind sie nicht. Dieses Problem besteht leider nicht nur in der Landschaftsfotografie. Auch bei Architektur, Portraits … kurz: eigentlich immer.

Aber was ist „gutes Licht“. Wie muss das Licht sein, damit es zu dem gewünschten Ergebnis führt? Und was kann ich als Fotograf tun, um es gekonnt festzuhalten?

Das Buch „Licht. Die große Fotoschule“ widmet sich ausführlich eben diesem Thema. Bücher, die erklären, wie man im Studio das Licht setzt, gibt es zuhauf. Aber dieses Buch geht andere Wege (obwohl Eibelshäuser die Studiofotografie zum Glück nicht weg lässt).

Das Buch startet schon einmal mit einem ausführlichen Kapitel, das der Frage nach geht, was Licht generell und was das „gemalte Licht“ im Besondern ist. Wie sind die alten Meister der Malerei damit umgegangen? Eibelshäuser zeigt Beispiele und gibt Tipps, wie man sich den großen Werken nähern und die Erkenntnisse in die Fotografie umsetzen kann. Wo Licht ist, ist auch Schatten. „Sammeln Sie Schatten“, empfiehlt der Autor. Ein Rat, dem ich von Herzen zustimmen kann.

Das zweite Kapitel geht nun genauer auf die Fotografie ein. „Das fotografierte Licht“ beschäftigt sich in einem Überblick mit dem natürlichen Licht, dem Kunstlicht und dem Mischlicht. Ein Exkurs führt in das Australe Licht ein. Es ist spannend, den Sternenhimmel zu fotografieren. Eugen Kamenew, ein Astrofotograf, erklärt in einem Interview, wie er dabei vorgeht.

Ab Kapitel 3 geht es dann in die Tiefe, denn ab hier wird das Licht intensiv in den verschiedenen Genres besprochen. Den Anfang macht das Licht in der Landschaftsfotografie. Was machen Wetter, Jahres- und Tageszeiten mit dem Licht? Und wie gehe ich mit extremen Lichtverhältnissen um? Wie ermittle ich Helligkeitsunterschiede, und was sagt mir das Histogramm? Alleine dieses Kapitel wäre das Buch für Landschaftsfotografen wert. Es enthält eine Unmenge Tipps – von der Frage, ob RAW oder JPG über HDR bis hin zum Weißabgleich. Ein Exkurs führt über die Verwendung eines Farb- oder Graukeils ein, ein anderer in den Pictoralismus, die Inspirationsquelle schlechthin für Landschaftsfotografen.

„Beobachtet doch einmal das Licht! Ihr kennt es nicht, wisst nichts von ihm! Ihr fotografiert die Dinge einfach als das, was sie sind, statt sichtbar zu manchen, was sie ein könnten, was Licht und Luftstimmung aus ihnen machen könnten.“

– zitiert der Autor den belgischen Fotografen Léonard Misonne (1870-1943) und empfiehlt, im Internet dessen Bilder zu suchen. Malerei? Fotografie? Folgen Sie dem Rat von Eib Eibelshäuser!

Das nächste Kapitel beschäftigt sich intensiv mit Portraits im Freien. Man braucht kein Studio, um gute Portraits zu machen! Obwohl auch im Freien ein paar Studioutensilien durchaus von Nutzen sein können. Aufheller und Abschatter beispielsweise. Der erste Exkurs in diesem vierten Kapitel gibt Empfehlungen zu Lichtformern für gelungene Portraitaufnehmen. Und dass diese nicht groß und teuer sein müssen, beweist der Autor mit einer Aufnahme, für die ein DIN-A4-Blatt weißes Papier als Aufheller eingesetzt wurde.

In ein ganz besonderes Licht  führt uns Kapitel 5 ein: In das Licht der blauen Stunden. Ja, es gibt zwei am Tag: eine am Morgen und eine am Abend. Der Autor zeigt auf, was diese Lichtstimmung so besonders macht, wie sich die beiden blauen Stunden unterscheiden, und was es mit Mischlicht generell auf sich hat.

„Es kann hin und wieder hilfreich sein, sowie die Dramaturgie ihres Bildes unterstützen, wenn Sie dem vorhandenen Licht ein wenig auf die Sprünge helfen“,

schreibt der Autor und empfiehlt den Einsatz einer starken LED-Taschenlampe, um Licht ins Bild zu malen. Das erfordert ein wenig Übung, aber die Ergebnisse können sich wahrlich sehen lassen.

Das ist fast schon Lightpainting. Langzeitbelichtungen sind der erste Schritt zur Lichtmalerei. Das nächste Kapitel beschäftigt sich ausführlich damit.

  • Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig?
  • Wie gehe ich mit Bewegung um?
  • Wie stelle ich die Kamera bei Mischlicht ein?
  • Was genau heißt „Rauschen“ und was ist eigentlich „Dunkelstrom“?

Antwort auf diese Fragen und viel Inspiration finden Sie in diesem Kapitel.

Das siebte Kapitel ist ein Klassiker: Die Kunst des Available Light. Mit vorhandenem Licht fotografieren. Ohne zusätzliche künstliche Lichtquellen auskommen. Das ist spannend – aber gar nicht so einfach. Im siebten Kapitel finden Sie zahlreiche Tipps zu diesem umfangreichen Thema.

Ab Kapitel 8 ist nun das Studiolicht an der Reihe. Zunächst gibt es generelle Informationen, im nächsten Kapitel Infos zu Lichtformern und deren Wirkung. Die Lektüre lohnt sich auch dann, wenn man kein Studio sein eigen nennt. Viele Tipps lassen sich mit einfachen Mitteln am heimischen Wohnzimmertisch umsetzen.

Wer einen Aufsteckblitz hat, wird sich über Kapitel 10 freuen. „Großes Licht mit kleinen Blitzen“ zeigt, wie Sie Systemblitzen „gutes Licht“ entlocken. Ein Exkurs geht auch auf den in die Kamera eingebaute internen Blitz ein.

Und schließlich ist dann ausführlich das schon erwähnte Lightpainting mit LEDs an der Reihe. Man kann damit weit mehr, als bunte Linien oder „Love“ in die dunkle Nacht zu malen! Eib Eibelshäuser zeigt, was man braucht und wie man vorgeht.

Infrarotfotografie war für Analogfotografen ein ganz besonderes Ausdrucksmittel. Schließlich fotografiert man damit ein für den Menschen unsichtbares Spektrum des Lichts. Aber geht das auch digital? Und wenn ja: wie? Kapitel 12 führt Sie in die Geheimnisse ein.

Kapitel 13 bildet den Schluss und gehört eigentlich gar nicht in eine Fotoschule. Oder vielleicht doch? Der Autor erklärt darin, wie man ganz ohne Kamera fotografiert. CGI – Computer Generated Imagery heißt das Zauberwort. Bilder aus der Konserve.

„Ich hoffe, ich habe Sie mit meinen Ausführungen nicht allzu sehr frustriert. Es sind neue Werkzeuge, die da gerade entstehen oder besser gesagt permanent weiter entwickelt werden“,

schreibt der Autor nach einer langen Reihe technischer Erklärungen zum CGI. Wer diesem Kapitel bisher gefolgt ist, kann erste CGI-Schritte wagen.

Alternativvorschlag: Mit der Lektüre des Buch s von vorne anfangen. Aber nicht nur lesen, sondern die Kamera packen und alles gleich in die Tat umsetzen.

Manchen Ausführungen im Buch kann ich nicht folgen, das eine oder andere Bild ist mir zu dunkel, was aber am Druck liegen kann. Den meisten Tipps und Erklärungen kann ich aber aus vollem Herzen zustimmen und ich nach der Lektüre nur den einen Rat geben: Beschäftigen Sie sich mit dem Licht. Dieses Buch macht es Ihnen einfach: Darin finden Sie alles Wissenswerte zusammengefasst.

Und nun schnappen Sie sich Ihre Kamera und gehen Sie raus ins Licht!

Licht. Die große Fotoschule

Eib Eibelshäuser
417 Seiten, 2015, gebunden, in Farbe
ISBN 978-3-8362-3068-1
Rheinwerk-Verlag (Seite mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe)

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Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

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Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

Ich bin schlichtweg .....sprachlos!!!

Ich bin schlichtweg .....sprachlos!!! Ich möchte mich für den unglaublich guten Kurs bei Dir bedanken. Ich bin schlichtweg .....sprachlos!!!, über die Fülle an Anregungen und welchen Motivationsschub dieser Kurs bei mir bewirkt.

Ingrid

Für mich das beste Angebot

Für mich das beste Angebot

Vom Inhalt her sicher eines der besten Angebote für Jahresworkshops. … nach einer umfassenden Internet-Recherche, kann ich nur sagen, neben Langzeitausbildungen an Unis, FH oder der Prager Fotoschule, ist Helga Partikels Jahres-Workshop für mich das beste Angebot.

Werner

Welch ein Luxus

Es war so schön auf Sylt. Sich eine ganze Woche nur mit Fotografie zu beschäftigen, welch ein Luxus.
Und das in der schönen Unterkunft von Bärbel. Ich werde ganz sicher noch einmal teilnehmen.
Deine Bildbesprechungen waren sehr hilfreich.
Oft habe ich das Gefühl beim Betrachten meiner Bilder, irgend etwas stimmt nicht. Durch deine Kommentare kann ich die Fotos mehr aus der Distanz betrachten und mir die Frage stellen, was wollte ich eigentlich mit dem Foto ausdrücken.
Vielen Dank dafür.

Angelika
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