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Big Shots! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen

Big Shots! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen

Zugegeben, Bücher über die Grundlagen der Fotografie gibt es massenweise. Warum also noch ein neues Buch zu diesem Thema und warum noch ein Tipp hier in diesem foto.blog?

Ganz einfach: Weil das Grundlagen-Buch, das ich hier vorstelle, ganz andere Wege geht. Wege, die mir so recht aus dem Herzen sprechen.

„Big Shots! Die Geheimnisse der Weltbesten Fotografen“ heißt der kleine Band. Erschienen ist er im Midas Verlag, Zürich. Geschrieben hat es Henry Carroll.

Schon beim ersten Blättern fällt auf, dass Carroll mit der Komposition beginnt, erst dann kommt die Technik. Das setzt Prioritäten.

Gegliedert ist das Buch in die Kapitel

  • Komposition,
  • Belichtung,
  • Licht,
  • Objektive,
  • Sehen.

Kurz und knapp, aber prägnant, führt der Autor zunächst in die wichtigsten Punkte ein – und tut, was am wichtigsten ist: Er erklärt nicht nur, was es mit den Funktionen oder Regeln auf sich hat, sondern geht auch gezielt darauf ein, wann was nützlich ist.

Big Shots! zeigt Fotos von bekannten Fotografen

Und dann kommt das eigentliche Highlight des Buchs: Nach jeder Einführung untersucht Carroll Bilder von bekannten Fotografen und zeigt auf, wie die Themen hier umgesetzt wurden. 50 Werke von Top-Fotografen werden gezeigt, von Ansel Adams, über René Burri, Henri Cartier-Bresson, Dorothea Lange bis zu Martin Parr.

Und er weist darauf hin, dass man auch einmal alle Regeln außer Acht lassen sollte.

Gute Fotos halten sich an die Regeln – die großartige Fotos häufig brechen,

schriebt er und zeigt das berühmte Bild von Francis Bacon, aufgenommen von Bill Brandt. Caroll analysiert es wie folgt:

Alles an diesem Foto von Bill Brandt ist so falsch.“ Und dann führt er die „Fehler“ im Bild auf, gemeint sind die Stellen, an denen es von den goldenen Regeln der Komposition abweicht. Die Schlussfolgerung dieser kurzen Bildanalyse: „… konzentrieren Sie sich lieber darauf, mit Ihrer Komposition das Wesentliche Ihres Motivs einzufangen. Dies ist ein Foto von einem Mann, der verformte Köpfe, schreiende Päpste und tote Tiere malt. Irgendwie wäre ihm die Drittelregel nicht gerecht geworden.

Mehr gibt es da nicht zu sagen. Ach doch: Das Buch ist auch unterhaltsam geschrieben. Ich konnte nicht aufhören, bis ich es durchgelesen hatte. Und dann noch einmal von Anfang an in Ruhe und Muse und ohne den kleinen Merksatz zu überlesen, der immer wieder auftaucht:

Und nun gehen Sie raus zum Üben.

Leseprobe (pdf)

Die letzte Seite der Leseprobe zeigt das erwähnte Foto von Bill Brandt.

Big Shots! Die Geheimnisse der weltbesten Fotografen

Henry Carroll
Midas-Verlag

128 Seiten, Paperback, Fadenheftung
durchgehend vierfarbig, 50 Fotografien
ISBN: 978-3-907100-51-6

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