Für den heutigen Beitrag habe ich einen Gastautor gebeten, dir seine Tipps zur Tierfotografie zu verraten.
Denn ich gebe zu, dass Tierfotografie nicht zu meinen Vorzugsgenres gehört. Was einfach daran liegt, dass ich (derzeit) kein Haustier habe. Meine drei Katzen müssten früher allerdings oft Modell stehen.
Thomas Bongartz verrät dir seine Tricks für gekonnte Tierfotos:

Tierfotografie, foto.kunst.kultur

© Oskar running in the snow II (Tambako The Jaguar, CC BY-ND 2.0)

Tierfotografie: Die wichtigsten Tricks

Kennen Sie das auch? Sie möchten mal eben ein schönes Foto von Ihrem Haustier schießen oder gar von einem Zoobesuch nicht mit den üblichen 08/15 Fotos zurückkehren, aber irgendwie ist das gar nicht so einfach. Im Folgenden werden die wichtigsten Tricks zusammengefasst, die es zu beachten gilt, damit das nächste Foto keiner Katastrophe gleicht.

Tipp 1: Geduld, Geduld, Geduld

Da Tiere sich im Allgemeinen viel bewegen und nur selten still sitzen, auch wenn Herrchen oder Frauchen es gern so hätten, ist bei der Tierfotografie meist viel Geduld gefragt. Auch die Positionierung des Tiers nach der eigenen Vorstellung ist nicht so einfach. Menschen hören auf Worte und werden meist in der Lage sein, sich so zu positionieren, wie der Fotograf oder die Fotografin es sich vorgestellt haben.

Entweder Sie kennen Ihr Tier sehr gut und wissen wie sie es mit verschiedenen Angeboten wie Leckerlis oder Animationen in die richtige Position bewegen. Oder Sie folgen Ihrem Tier eine Weile und versuchen es im passenden Moment zu erwischen. Dafür ist es sinnvoll die Serienbildfunktion Ihrer Kamera zu nutzen. So könnten Sie beispielsweise mit Ihrem Hund in die freie Natur gehen, ein Stöckchen werfen und sobald er es zurückbringt, begeben Sie sich in die Hocke und knipsen drauflos. So bekommen Sie viele schöne Bewegungsfotos, von denen mindestens eines etwas geworden ist.

Profitipp:
Viele Tiere reagieren nicht (nur) auf Leckerlis, sondern auf akustische Reize wie ein Zungenschnalzen oder Pfeifen. Kurz bevor Sie den Auslöser drücken, können Sie beispielsweise kurz Schnalzen und mit etwas Glück schaut das Tier direkt in die Kamera. Es ist auch immer hilfreich, eine zweite Person zur Hand zu haben, die sich darum kümmert das Tier zu animieren, sodass Sie sich auf das Fotografieren konzentrieren können.

Tierfotografie, foto.kunst.kultur

© El animal (Javier Ábalos Alvarez / Flickr, CC BY-SA 2.0)

Tipp 2: Kameraposition und Licht

Wenn möglich, sollten Sie ein Tier immer auf Augenhöhe und in seiner natürlichen Umgebung beziehungsweise bei Haustieren - sofern die Option besteht - im Freien fotografieren. Gesicht und Augen des Tieres sind dabei wie auch beim Menschen jene Partien, welche den Charakter am besten zum Ausdruck bringen. Von daher sollten Sie den Fokus der Kamera stets auf die Augen richten.

Für optimales Licht ist es günstig im Freien zu fotografieren, da die Umgebung dort gleichmäßig erhellt ist. Morgens oder abends ist das Licht nicht so grell und deswegen auch etwas besser geeignet als am Mittag. Scheint die Sonne zu grell vom Himmel auf das Motiv, haben Sie als Fotograf mit starkem Schattenwurf zu kämpfen und es könnte schwer werden, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Möchten Sie allerdings gezielt mit Schatten spielen, kann dieser Effekt wiederum hilfreich sein.

Bei Fotos im Haus sollten Sie die Lichtquellen so ausrichten, dass alles ausreichend beleuchtet ist. Optimal ist es, wenn das Licht nicht direkt auf das Tier scheint, um genau wie im Freien unerwünschte Schattenwürfe zu vermeiden. Zudem sollten Sie ein Tier niemals mit Blitzlicht fotografieren. Das ist nicht nur schädlich für die empfindlichen Tieraugen, sondern das Tier wird dadurch auch stark geblendet und könnte erschrecken. Außerdem führt ein direktes Blitzen in die Augen zum unschönen Leuchten dieser.

Profitipp:
Um mehr Licht in die Kamera hineinzulassen, sollten Sie mit einer offenen Blende fotografieren. Das bedeutet, dass Sie eine geringe Blendenzahl zwischen f/2,8 und f/4,5 einstellen sollten. Der ISO-Wert wird zum Schluss je nach Bedarf gewählt. Da sich bei höheren ISO-Zahlen meist starkes Bildrauschen bemerkbar macht, ist es meist vorteilhafter im Bereich von ISO 100 bis 400 zu fotografieren.

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© Shiba Inu Kazumi (Maja Dumat / Flickr, CC BY 2.0)

Tipp 3: Schärfe

Auch wenn ein Tier meist nicht lange still an einem Platz bleibt, so ist es manchmal vielleicht sogar Ihre unmittelbare Intention, ein Tier gezielt in Bewegung festzuhalten. Um die Kamera möglichst ruhig halten zu können und so ein selbstverschuldetes Verwackeln zu vermeiden, verwenden Sie am besten ein stabiles Stativ.

Außerdem ist es sinnvoll, die Verschlusszeit der Linse gering einzustellen, denn je länger Licht einfällt, desto verschwommener wird das Ergebnis. Optimal erweist sich für Fotos von sich schneller bewegenden Tieren eine Verschlusszeit von mindestens 1/1000sek. oder schneller. Wenn Sie sich mit den manuellen Einstellungen der Kamera nicht so gut auskennen, können Sie auch den Bewegungs- oder Sportmodus wählen, über welchen mittlerweile fast jede Kamera verfügt.

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© Swimming sea lion (Tambako The Jaguar, CC BY-ND 2.0)

Profitipp:
Gerade bei Tieren, deren Fell eine sehr einheitliche Tönung aufweist wie z. B. schwarze Tiere, versagt oftmals der Autofokus, denn bei einer großen einheitlichen Farbfläche weiß er nicht, welchen Punkt er fokussieren soll. In diesem Fall sollten Sie auf den kontraststärksten Bereich, sprich das Gesicht des Tieres, zielen. Wenn das nicht hilft, können Sie den Autofokus auch auf ein Ersatzziel in ähnlicher Entfernung (z.B. Spielzeug vor dem Tier) halten und anschließend auf das Tier schwenken. Oder Sie fokussieren manuell.

Werden all diese Punkte beachtet, steht Ihrem perfekten Tierfoto nichts mehr im Wege. Wobei man natürlich immer dazu sagen muss, dass auch eine gewisse Übung des Fotografen wichtig ist.
Selbstverständlich möchte man sich die Bilder von seinem Liebling später nicht nur digital anschauen, sondern auch einmal etwas in der Hand haben. Wer dabei Fotos oder Leinwanddrucke online bestellt, kann mit passenden kostenfreien Gutscheinen sogar noch ein bisschen sparen.

Thomas Bongartz

Hohe Fotokunst: Tierfotografie von Ruth Marcus

Und hier kommt noch ein PS zum Beitrag von mir:
Schaue dir als Anregung die umwerfenden Tierfotos von Ruth Marcus an. Besser kann man Tiere nicht "einfangen". Die Fotokünstlerin hat bereits einige Bücher mit ihren Fotos veröffentlicht, z. B. über Hunde, Katzen und Pferde. Einen Blog-Beitrag darüber findest du hier.

Bildmaterial:
© Oskar running in the snow II (Tambako The Jaguar, CC BY-ND 2.0)
© El animal (Javier Ábalos Alvarez / Flickr, CC BY-SA 2.0)
© Shiba Inu Kazumi (Maja Dumat / Flickr, CC BY 2.0)
© Swimming sea lion (Tambako The Jaguar, CC BY-ND 2.0)

Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

    • Gut, liebe Gesine, wenn du die süße Sina in tolle Fotos umsetzt. Bin gespannt!

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    Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

    Der Kurs tut meiner Seele gut

    Liebe Helga,

    mein Herz ist voll neuer Ideen. Wobei, es sind erst einmal deine Ideen, die mich neu meine Umgebung sehen lassen. Der Kurs tut meiner Seele gut. Klingt etwas überschwänglich, aber ist so. Ich freue mich darauf die Themen "abzuarbeiten" und komme wahrscheinlich nur langsam voran, weil es so viel zu entdecken gibt.

    Danke dafür und viele Grüße von Donata

    Donata

    Glückliche und beflügelnde Tage

    Foto-Workshop in meinem Haus, auf unserer Insel - glückliche und beflügelnde Tage! DANKE, liebe Helga, Du hast mich beim Lernen so wohltuend und sehr professionell unterstützt. Ich freue mich schon auf September 2018.

    Bärbel Maenss

    Das würde ich gerne weiter vertiefen.

    Der Kurs "Malen mit der Kamera" hat mir sehr gefallen, die Theorie war informativ, dein Wissen ist so vielfältig und weitreichend, das habe ich sehr genossen, und ich habe bei der Bildbesprechung und -bearbeitung sehr viel gelernt. Das würde ich gerne weiter vertiefen.

    Anette
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