Sammelst du gerne? Ich meine nicht Briefmarken! Ich rede vom fotografischen Sammeln. Darunter versteht man das Sammeln von Bildern zu einem bestimmten Thema. Eine solche fotografische Sammlung nennt man „Serie“ oder "Fotoserie".


Was genau ist eine Fotoserie?

Der Begriff „Serie“ wird in der Fotografie unterschiedlich verwendet. Oft wird auch von einer Serie gesprochen, wenn man verschiedene Ansichten von demselben Motiv aufnimmt. Auch den Begriff „Zyklus“  findet man gelegentlich. In der Fachliteratur wird aber so gut wie immer der Begriff „Serie“ verwendet: für mehrere Fotos

  • von unterschiedlichen Motiven gleicher Art oder
  • vom selben Motiv in unterschiedlichen Ansichten.


Eine Serie fotografieren

Welche Motive eignen sich für eine Fotoserie? 

  • Du kannst Fotos von Regenschirmen, Verkehrsschildern oder Fahrrädern sammeln.
  • Oder du fotografierst Details, z. B. von Gebäuden oder Pflanzen.
  • Du könntest dich auf auf eine bestimmte Art von Bauwerken beschränken, z. B. Türme, Brücken oder Hütten.
  • Vielleicht sammelst du Fotos von eckigen, runden, roten oder grünen Objekten.
  • Oder von Objekten in einer bestimmten Farbe.
  • Oder du gehst weg von Gegenständen und sammelst z. B. Bilder zur Fröhlichkeit, Bewegung oder Einsamkeit. Mehr dazu in dem Video unten aus dem Kurs Kreativ fotografieren + Bildsprache finden.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten. Dir fallen bestimmt noch welche ein.  Auf jeden Fall solltest du etwas sammeln, woran dein Herz hängt. Autos zu fotografieren, wenn dich Autos nicht sonderlich interessieren, macht kaum Sinn. 

Es ist schon komisch, aber sobald man sich fur ein Thema entschieden hat, springen einen die Motive dazu förmlich an. 

Fotografisch sammeln schärft den Blick.  Schon alleine deshalb solltest du unbedingt seriell fotografieren.

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Helga Partikel, foto.kunst.kultur, foto.gruppen
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Wann ist eine Serie fertig?

Eine fotografische Sammlung findet nie ein Ende – es sei denn, du verlierst die Lust daran. Dann hörst du einfach auf. Vielleicht interessiert dich das Thema später wieder. Oder du entdeckst zufällig ein Motiv das passt und nimmst es auf, obwohl du die Serie gedanklich bereits abgeschlossen hast.


Durchforste deine Fotos

Durchforste doch einmal dein Bildarchiv. Wahrscheinlich hast du schon mehr Serien erstellt, als du glaubst. Bäume oder Blumen, Türen oder Fenster, Fahrräder oder Autos, runde, eckige, blaue oder rote Dinge, oder ...


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Eine Serie eingrenzen

Natürlich sollte die Qualität der Fotos nicht unter der Masse leiden. Vielleicht legst du dich von vornherein auf ein Format fest? Oder dir fallen bei Durchsicht deiner Serie formale Gemeinsamkeiten auf und du grenzt das Thema ein?

Also z. B. Bilder von Gießkannen im Hochformat. Oder runde Objekte im Quadrat. Bei der Ausgabe der Serie wirst du feststellen, dass sie besser wirkt, wenn die Bilder formale Gemeinsamkeiten haben. 


Eine Serie organisieren


Foto-Sammeln macht riesigen Spaß – aber wie behält man die Übersicht? 

Wenn du in Lightroom arbeitest, geht das ganz einfach (siehe unten). Falls du deine Fotos nicht in Lightroom oder einem ähnlichen Programm organisierst, legst du dir im Explorer (Windows) bzw. Finder (Mac) Ordner für deine Sammlung an.

Serie organisieren mit Lightroom

Wer mit Lightroom arbeitet, hat es leicht: Man legt einfach für jede Serie einen Sammlungssatz und darin weitere Sammlungen an. 

  • Für jede Serie erstellst du einen Sammlungssatz, z. B. für eine Serie von Himmelsbildern.
  • Im Samlungssatz erstellst du eine Smart-Sammlung. In unserem Beispiel zeigt die Smart-Sammlung automatisch alle Bilder an, die das Stichwort „Himmel“ tragen (was natürlich voraussetzt, dass du Stichwörter vergibst. Aber das solltest du sowieso tun).
  • Nachdem du sicher nur die guten Fotos ausgeben möchtest, könntest du mit einer weiteren Smart-Sammlung alle Fotos ausgeben, die mit dem Stichwort „Himmel“ UND mind. 4 Sternen versehen sind. 
  • Mit einfachen Sammlungen im Sammlungssatz grenzt du deine Fotos ein, z. B. nach Format oder Inhalt. Die Smart-Sammlungen sind Basis für die Auswahl der Bilder. Ziehe mit der Maus passende Fotos in die entsprechende einfache Sammlung.

Nun hast du immer Zugriff auf deine Serie - auf alle Fotos und die besten. 

Hinweis
In meinem Blogbeitrag "Praxistipps: Lightroom" findest du Tipps für die Arbeit mit Lightroom, u. a. auch Videos aus meinem großen Lightroom-Videokurs. Zum Blogbeitrag

Lightroom Videokurs

Hole deine Fotos aus der Versenkung: Organisation, Bearbeitung, Präsentation. 
Über 150 Videos helfen dir dabei.



Serie ausgeben 

Was tun mit der Serie? Es wäre doch zu schade, wenn sie nur auf dem Rechner herumdümpeln würde. Hier ein paar Anregungen: 

Einen Kalender erstellen

Erstelle einen Kalender mit den 13 besten Bildern. Eines für jeden Monat und eines für das Titelblatt.

Tipp: Verwende für das Titelblatt nicht das beste Foto. Das wäre dann nach dem Motto: "Von nun an geht’s bergab". Außerdem ist das Titelfotodas Bild, das i. d. R. am kürzesten an der Wand gezeigt wird. Natürlich sollte es auch nicht das schlechteste Foto sein. Nimm eines, das das Thema des Kalenders gut aufzeigt und Raum für Text hat (Titel des Kalenders, Jahr, dein Name).


Zeige deine Serie in einem Fotobuch

Es geht doch nichts über ein Buch. Im Internet findest du unendlich viele Anbieter für den Druck eigener Fotobücher. Oder du gehst zu Rossmann, Aldi & Co. Viele der Anbieter sind schlecht, manche gut, einige wenigte sehr gut.

Mein Tipp: Ein Fotobuch von Blurb

Immer zufrieden war ich mit Blurb, einem amerikanischen Fotobuch-Anbieter mit deutscher Webseite. Die Bücher von Blurb haben nicht den Kinderbuchcharakter, den viele andere Fotobücher haben. Von Blurb erhältst du ein richtiges Buch, das sich kaum von den Bücher großer Verlage unterscheidet.

Du hast die Wahl zwischen unterschiedlichen Papieren (auch sehr gutem Fotopapier, auf dem die Bilder richtig gut zur Geltung kommen) und kannst sogar das Vorsatzpapier wählen (das Papier, mit dem die Innenseite des Umschlags ausgekleidet ist).

Zum Erstellen des Buchs kannst du dir eine kostenlose Software von Blurb herunterladen. Alternativ erstellst du das Buch in InDesign oder in Lightroom und lädst es von dort direkt zu Blub hoch.

Fotobuch gestalten

Zunächst stellt sich die folgende Frage:

  • Zeigst du in dem Buch die Bilder einer einzigen Serie oder
  • zeigst du mehrere Serien?

Wenn du eine einizige Serie zeigst, würde ich die Bilder möglichst groß darstellen. Am besten ein Foto pro Seite. Achte auf eine sinnvolle Reihenfolge der Bilder. Wie wirken Sie am besten?

Wenn du mehrere Serien in dem Buch zeigst, könntest du

  • jede Serie auf einer Doppelseite zeigen
  • oder in einem eigenen Kapitel. 

Ein eBook erstellen
Du scheust die Druckkosten oder brauchst mehrere Exemplare? Dann erstelle doch ein eBook. Mit dem Modul DRUCKEN in Lightroom kannst du ein Fotobuch als PDF ausgeben. 


Postkarten erstellen

Erstelle eine Serie von Postkarten. Deine Freunde werden es sicher zu schätzen wissen, wenn Sie ab und zu statt einer SMS oder einer E-Mail eine Grußkarte von dir erhalten.

Fotos selbst ausdrucken

Wenn du selbst ausdruckst, stelle die besten Bilder auf einem DIN-A4-Blatt zusammen und lege dir ein Best-of-Album an.


Fotos für die Präsentation organisieren

Du ahnst es sicher: Für jede Ausgabe-Möglichkeit legst du dir in Lightroom in deinen Sammlungssatz eine eigene Sammlung an. Verwende hierfür eine einfache Sammlung, damit du die Bilder selbst in die Sammlung einfügen und wieder daraus entfernen kannst.


Fotos für die Präsentation auswählen

Das ist wahrscheinlich der schwerste Schritt, denn hier hast du die Qual der Wahl. Welche Fotos sollen gezeigt werden? Egal, welche Präsentationsform du verwendest: Wähle deine Fotos sorgfältig dafür aus. Ein paar Tipps für dich: 

  • Wenn du Fotos hast, die sich sehr ähneln, entscheide dich für eines davon. Für den Betrachter/Leser ist es schlichtweg langweilig, immer wieder ähnliche Motive anzusehen.

  • Nimm nur Bilder, die technisch einwandfrei sind. 

  • Auch die Bildkomposition sollte natürlich passen.

  • Wähle Fotos, die zueinander passen. Vor allem bei kleinen Serien solltest du unbedingt darauf auchten. Bei großen Serien kann es Ausnahmen geben.

    Angenommen, du hast Fotos von Autos gesammelt. Wenn auf 20 Fotos nur Details zu sehen sind und nur auf ein oder zwei Bildern das gesamte Auto, dann lasse die Gesamtaufnahmen weg. Dasselbe gilt für das Format: Entweder immer Querformat oder immer Quadrat. Oder für Farbe: Entweder alle Fotos in Farbe oder alle in Schwarzweiß.

  • Der wichtigste Tipp: Wenn du unsicher bist, ob ein Foto gezeigt werden soll oder nicht, dann lasse es weg. Deine Unsicherheit zeigt, dass das Bild nicht passt oder nicht gut genug ist.

Das schlechteste Foto entscheidet über die Qualität einer Serie.

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Seriell fotografieren

Zum Schluss noch das oben erwähnte Video aus meinem Onlinekurs Kreativ fotografien + Bildsprache finden:

Thrive Leads Shortcode could not be rendered, please check it in Thrive Leads Section!

Andere Bildgruppen

Die Serie ist nur eine der vielen Möglichkeiten, Bilder in Gruppen zusammenzustellen. Mehr dazu findest du in meinem Kurs "Stelle Bilder in Gruppen zusammen" und in meinem eBook foto.gruppen.

eBook: foto.gruppen

Planung. Aufnahme. Präsentation

Kreativer geht es nicht: Stelle Fotos in Gruppen zusammen. Vom kleinen Diptychon bis zur umfangreichen Dokumentation oder Reportage. 

Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

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Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

Ein echtes Highlight!

Ein echtes Highlight! Es war eine sehr lehrreiche Woche, ich brachte nicht nur wunderbare Fotos mit nach Hause, sondern auch einen großen Sack voller neuer Ideen und neuer Werkzeuge um das Fotografieren zu optimieren. Sylt hat uns viele schöne Motive präsentiert, und dank Helga konnten wir diese auch sehr gut umsetzen. Ich persönlich habe wieder sehr von der Bildbesprechung profitiert, die natürlich nicht zu kurz kam. Nochmals ein herzliches Dankeschön für diese gelungene Fotoreise!

Andrea

Individuelle Betreuung

Ich kann allen empfehlen, ... die Meisterklasse zu besuchen

Ich habe jetzt das erste Modul der Meisterklasse absolviert und bin begeistert. Die Aufgabe „Serie in rot“ war klar definiert, aber nicht so einfach umzusetzen. Ich musste zuerst drei Ideen hierzu entwickeln, kurze Konzepte erstellen, die dann mit Helga besprochen wurden.

Durch dieses Vorgehen habe ich - mal wieder - gesehen, wie wertvoll es doch ist, sich zuerst ein Konzept zu erstellen und erst dann ganz gezielt zu fotografieren.

Ich kann allen, die sich fotografisch weiterentwickeln wollen, nur empfehlen, die Meisterklasse zu besuchen! Durch die individuelle Betreuung wir das fotografische Können des Einzelnen berücksichtigt.

Conny

Diese Kurse machen süchtig

Diese Kurse machen süchtig. Mehr muss ich nicht sagen.

Gisela
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