Vorher/Nachher-Fotos: So optimierst du ein Bild

Vorher/Nachher-Fotos: So optimierest du ein Bild in wenigen Schritten

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Vorher/Nachher-Fotos in der Mode und in der Fotografie

Kennst du die berühmten Vorher/Nachher-Fotos in Frauenzeitschriften? Meist wird gezeigt, wie ein Durchschnittstyp von Stylisten aufgehübscht wurde. Vorher: einfache Frisur, bequeme Klamotten, fast kein Makeup. Hinterher: na ja, du weißt schon.

Ich mache das heute mal mit einem Foto ganz genauso. Ich zeige dir das Bild so, wie es aus der Kamera kam und demonstriere dir, mit welchen Schritten man es in Adobe Lightroom verbessern kann. Du wirst sehen, das ist absolut keine Hexerei, und es sind wirklich nur ein paar Mausklicks notwendig.

Das ist das Ausgangsfoto …

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1/80 Sek., f 8,0, ISO 200, 70mm

… und sein Histogramm:

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Das Bild weist einige Mängel auf:

  1. Im Vordergrund nimmt eine langweilige Straße viel zu viel Platz ein.
  2. Die gelben Blumen ziehen magisch den Blick an – aber eigentlich geht es doch um das Haus, oder?
  3. In der linken Ecke oben sieht man einen schwarzen Strich – eine Leitung, deren Abbildung bei der Aufnahme nicht zu vermeiden war.
  4. Auf der linken Seite ragt ein Haus ins Bild – störend und unnötig.
  5. Das Bild zeigt ein verlassenes Haus. Zur Bildaussage würde ein deutlich entsättigtes oder ein Schwarzweiß-Foto besser passen.

Legen wir los mit unserem Vorher/Nachher-Foto:

1. Bild zuschneiden und gerade ausrichten

Im ersten Bild schneide ich die Straße unten weg und richte das Haus gerade aus. Zum Ausrichten leistet i. d. R. der Befehl UPRIGHT (ENTWICKELN: OBJEKTIVKORREKTUREN) gute Dienste. In diesem Fall funktioniert er aber nicht (was bei manchen Fotos der Fall ist, aber zum Glück selten vorkommt), sodass ich das Freistellungsüberlagerungswerkzeug (ENTWICKELN – 1. Werkzeug direkt unter dem Histogramm) verwendet habe. Damit kann man in einem Arbeitsgang das Bild ausrichten und zuschneiden. Nach dieser Aktion sieht es so aus:

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2. Weg mit der Leitung

Mit der Option BEREICHSREPARATUR (ENTWICKELN,  2. Werkzeug direkt unter dem Histogramm) entferne ich die Leitung in der linken oberen Ecke. Für kleine Ausbesserungen wie diese eignet sich das Werkzeug sehr gut. Größere Manipulationen kannst du damit allerdings nicht vornehmen. Dazu mußt du z. B. Photoshop verwenden. Das Ergebnis:

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3. Sättigung reduzieren

Für meinen Geschmack passen zu dem verlassenen Haus entsättigte Farben besser als dieses frische Frühlingsgrün. Ich habe das Bild im vierten und letzten Schritt also stark entsättigt (ENTWICKELN: GRUNDEINSTELLUNGEN: SÄTTIGUNG, Wert: -50). Das ist nun mein Endergebnis:

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Variante 2

Ich möchte noch eine zweite Variante von dem Bild entwickeln, um zu sehen, wie es in Schwarzweiß wirkt. Dazu lege ich mir eine virtuelle Kopie von dem Foto an (mit der rechten Maustaste auf das Foto klicken: VIRTUELLE KOPIE ANLEGEN).

2.1 In Schwarzweiß konvertieren

Bei älteren Lightroom-Versionen klicke ich in der Optionsgruppe HSL / FARBE / S/W klicke ich auf S/W, um das Foto in Schwarzweiß umzusetzen. Bei neueren verwende ich in den Grundeinstellungen ganz oben die Option SCHWARZWEISS.

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2.2 Farben aufhellen

Mit dem kleinen runden Symbol in der linken oberen Ecke des Bedienfeldes ändere ich die Farben direkt im Bild, um vor allem die Pflanzen heller darzustellen. Das Ergebnis:

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2.3 Tonen

Zu dem alten Haus würde mir ein Sepia- oder Cremeton gut gefallen. Ich verschiebe daher die Regler im Optionsfeld TEILTONUNG. Es erfordert ein wenig Geduld und Spielerei, bis man die richtigen Einstellungen findet. Mit der Zeit bekommt man aber Übung. Ich habe den Regler FARBTON in LICHTER auf 52 und die Sättigung in LICHTER auf 25 gesetzt. Fertig ist die zweite Version!

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Voilà! Die Arbeit ist getan. Beurteile selbst. Hier das Ausgangsfoto und die beiden bearbeiteten Bildern:

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Welche Version gefällt dir besser?

Übrigens: Das verlassene Haus steht in der Steiermark. Ich habe das Bild bei einem unserer Fotokurse im Pichlschloss aufgenommen. Wer Freude am Fotografieren von verlassenen Gebäuden und Ruinen hat, kommt dort voll auf seine Kosten. Auch die berühmte Ruine Steinschloss steht in der Nähe des Hotels. Im Mai gibt es den nächsten Fotokurs im Pichlschloss.

  • Robert sagt:

    Liebe Helga, Danke für die Tipps. Leider steht nicht genau genug dabei, wo ich wie klicken muss, damit ich Deine Bearbeitungen nachvollziehen kann. Und: Gibt es Deine Lightroom-Bildbearbeitungstipps mit genauer Beschreibung der Arbeitsschritte irgendwo online oder als ebook/pdf zum Nachlesen. Ich würde sie gerne kaufen, wenn sie nicht zu teuer sind. vielen Dank von Robert

    • Lieber Robert,

      Danke für den Tipp. Ich habe ein paar Befehle ergänzt. Eine genaue Beschreibung macht natürlich nicht viel Sinn, da ja jedes Foto anders ist.

      Meine Lightroom-Tipps gibt es leider (noch) nicht als eBook/PDF. Aber das ist ein guter Gedanke. 🙂
      Viele Grüße
      Helga

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