So erzählst du Fotogeschichten - foto.kunst.kultur.

So erzählst du Fotogeschichten

Ich liebe Geschichten – egal, ob erzählt, als Text oder Film. Und ganz besonders natürlich als Foto. Kleine Alltagsgeschichten die z. B. vom täglichen Weg zur Arbeit erzählen, vom Sonntagsfrühstück oder vom Warten auf die Bahn.

Natürlich kann eine Geschichte auch mit nur einem einzigen Foto erzählt werden. Mein Herz aber schlägt für Fotogruppen und vor allem für Zusammenstellungen von Bildern in kleine Fotogeschichten, sog. Sequenzen.

 

So gehst du vor

Du kannst dazu beliebig viele Fotos nehmen – allerdings gilt auch hier: Weniger ist mehr. Schließlich willst du keinen Roman sondern nur eine kleine Geschichte erzählen.
Geschichten finden sich überall. Solltest du nicht fündig werden, kannst du auch welche konstruieren. Spiele z. B. mit Objekten und erzähle so deine Geschichte.
Oder gehe mit der Kamera nach draußen und suche auf der Straße nach Geschichten.

Du entscheidest, wie weit du in die Tiefe gehst. Es muss nicht jeder Schritt der Geschichte dargestellt werden – aber die Geschichte muss sich aus den Bildern erschließen und sie braucht zwingend eine eindeutige Reihenfolge. Das unterscheidet eine Serie von einer Sequenz. In der Serie machst du z. B. Aufnahmen von verschiedenen Türen, Fahrrädern oder … Eine eindeutige Reihenfolge ist hier nicht notwendig. Anders eine Sequenz. Es ist nun einmal nicht schlüssig, wenn du zuerst den Kuchen aus dem Ofen holst und dann den Teig anrührst – sofern du erzählen willst, wie du einen Kuchen backst.

Geschichten finden sich überall. Solltest du nicht fündig werden, kannst du auch welche konstruieren.

Spiele z. B. mit Objekten und erzähle so deine Geschichte.
Oder gehe mit der Kamera nach draußen und suche auf der Straße nach Geschichten.
Ebenfalls zur Sequenz gehört das mehrmalige Fotografieren eines Motivs in einem längeren Zeitabstand. Eine solche Sequenz kannst du z. B. machen, indem du …

  • einen Baum im Frühling, Herbst und Winter fotografierst,
  • das Heranwachsen eines Kindes oder Tiers festhältst,
  • den Verfall von Obst, Gemüse, Pflanzen fotografisch begleitest oder
  • den Bau oder Abriss eines Gebäudes in mehreren Bildern festhältst.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten. Dir fallen bestimmt noch welche ein.

Die Bildergeschichte mit dem Vogel stammt vom letzten Fotokurs auf Sylt. Am Strand in Westerland habe ich den Vogel beobachtet, der erst ein paar Mal die Beute umkreist hat und dann mit ihr – sicherlich zufrieden – wegflog.

Vor dem Kurs war ich ein paar Tage in Kappeln. Die Brücke über die Schlei öffnet sich jede Stunde für die Boote. Die Autos und Fußgänger müssen warten. Wie eine Wand steht die Straße bei offener Brücke vor dir, wenn du oben an der Schranke wartest. Stoff für eine Mini-Geschichte.

foto.kunst.kultur, helga partikel, sequenz, fotogeschichte

So präsentierst du deine Geschichten

Ich stelle meine Fotogeschichten auf einem Blatt zusammen. Dazu verwende ich InDesign, ein Layoutprogramm. Das geht aber auch mit Lightroom. Eine Textverarbeitung wie Microsoft Word ist aber genauso geeignet. Oder du klebst ausgedruckte Fotos auf ein Blatt Papier, in ein Leporello oder ein Büchlein. Schau dir mal das Video an, das ich kürzlich über das Erstellen von Collagen und Tableaus mit Lightroom veröffentlicht habe. Mit der gleichen Vorgehensweise kannst du deine Geschichten auf einem Blatt zusammenstellen. Zum Video

 

Übrigens: Mein Onlinekurs foto.gruppen führt ausführlich in die Fotogruppen ein. Vom Erstellen eines Diptychons mit nur zwei Bildern bis hin zur umfangreichen Reportage. Du lernst darin, wie du die Bilder zusammenstellst und präsentierst. Du bekommst Beispiele zur Inspiration und konkrete Aufgaben, für die du in den Bildbesprechungen Feedback erhalten kannst.

Hier kommst du zum Kurs

>