14 Schritte zu besseren Fotos

Kennst du das Gefühl? Du kommst mit vielen Fotos nach Hause, doch keines davon vermittelt das, was dich vor Ort begeistert hat. Die Kamera hat alles richtig gemacht - und trotzdem fehlt deinen Bildern das gewisse Etwas.

Die gute Nachricht: Bessere Fotos entstehen nicht durch eine teurere Kamera. Sie entstehen Schritt für Schritt - indem du deinen Blick schulst, bewusster fotografierst und deine eigene Bildsprache entwickelst.

Im Laufe der Jahre habe ich viele Fotografinnen und Fotografen begleitet. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, dass sich die Entwicklung selten durch einen einzelnen großen Sprung vollzieht. Es sind viele kleine Schritte, die zusammen den Unterschied machen.

Hier sind 14 Anregungen, die dir dabei helfen können.

1. Lerne deine Kamera kennen

Du musst nicht jede Funktion deiner Kamera auswendig kennen. Wichtig ist, dass du die Einstellungen beherrschst, die du regelmäßig benötigst. Je sicherer du deine Kamera bedienen kannst, desto mehr Aufmerksamkeit bleibt für das Motiv.

Du solltest in der Lage sein, die Belichtung manuell oder mit der Halbautomatik einzustellen. Auch ISO, Weißabgleich und das Histogramm dürfen keine böhmischen Dörfer für dich sein. Verzichte weitgehend auf automatisch eingestellte Funktionen und übernimm selbst das Ruder. Du bist der Fotograf – nicht deine Kamera!

Nimm dir immer wieder Zeit, Neues auszuprobieren. Viele Funktionen erschließen sich erst, wenn man sie in der Praxis einsetzt.

2. Gestalte deine Bilder bewusst

Ein interessantes Motiv allein macht noch kein gutes Foto. Erst Licht, Perspektive, Bildaufbau und der richtige Moment verleihen einem Bild Ausdruck.

Frage dich vor dem Auslösen:

  • Was ist mein eigentliches Motiv?
  • Was möchte ich mit dem Bild ausdrücken?
  • Was kann ich weglassen?
  • Wie lenke ich den Blick der Betrachter?

Schon kleine Veränderungen des Standpunkts können aus einem gewöhnlichen Foto ein besonderes Bild machen.

3. Entwickle eigene Bildideen

Oft fotografieren wir einfach das, was vor uns liegt. Spannender wird Fotografie, wenn wir mit einer Idee losziehen.

Überlege dir ein kleines Projekt:

  • Farben sammeln
  • Spiegelungen entdecken
  • Türen und Fenster
  • Schatten
  • Strukturen
  • Minimalistische Motive

Mit einer klaren Aufgabe nimmst du deine Umgebung plötzlich ganz anders wahr.

4. Arbeite deine Bilder sorgfältig aus

Zur Fotografie gehört auch die Bildbearbeitung. Sie dient nicht dazu, aus schlechten Fotos gute zu machen, sondern das sichtbar werden zu lassen, was du beim Fotografieren gesehen hast.

Ebenso wichtig ist die Bildauswahl. Nicht jedes gelungene Foto muss gezeigt werden. Oft gewinnt eine Bildzusammenstellung sogar dadurch, dass du dich auf die stärksten Bilder beschränkst.

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Adobe Lightroom. Das Programm vereint Fotoverwaltung, Entwicklung und Präsentation unter einem Dach und hat sich für meinen Workflow bestens bewährt.

5. Arbeite an deiner Bildsprache

Mit der Zeit entwickelt jeder Fotograf eine persönliche Handschrift. Sie entsteht nicht durch Effekte oder Presets, sondern durch das, was dich berührt und welche Motive dich immer wieder anziehen.

Durchforste dein Fotoarchiv und frage dich dabei:

  • Welche Motive fotografiere ich besonders gern?
  • Was entspricht mir besser: schwarz-weiß oder Farbe?
  • Welche Farben, Formen oder Stimmungen kommen häufig vor?
  • Bevorzuge ich bestimmte fotografische Techniken, Effekte oder Stilrichtungen?
    Einen Artikel dazu findest du hier.
  • Wie setze ich die Motive ins Bild? Gibt es bei meinen Lieblingsbildern Ähnlichkeiten in der Komposition?

Je besser du deine eigenen Vorlieben kennst, desto unverwechselbarer werden deine Bilder.

6. Verlasse vertraute Wege

Entwicklung beginnt oft dort, wo wir unsere Komfortzone verlassen.

Probiere neue Themen aus, fotografiere bei schlechtem Wetter, arbeite mit ungewöhnlichen Brennweiten oder wage dich an ein Motiv, das dich bisher eher abgeschreckt hat.

Du fotografierst hauptsächlich im Urlaub? Dann gehe doch einmal zuhause auf Fotopirsch. Deine bevorzugten Motive sind Landschaft und Architektur? Dann versuche dich in Stillleben oder in Portraits. Werde experimentierfreudig, versuche Neues.

Nicht jedes Experiment führt zu einem Meisterwerk - aber fast jedes bringt dich fotografisch weiter.

7. Lege dir ein Album mit deinen besten Bildern an

Es gibt kaum etwas Motivierenderes, als die eigene Entwicklung sichtbar zu machen. Drucke jeden Monat die drei besten Fotos des Monats aus und klebe sie in das Album. So hast du am Jahresende einen schönen Überblick, was du getan hast. Vor allem aber: Du siehst selbst, wie du dich weiter entwickelt hast. Analysiere die Bilder: Gibt es Gemeinsamkeiten in der Bildsprache?

Meine Empfehlung: Ich verwende dafür seit Jahren ein spiralgebundenes Skizzenbuch von Hahnemühle im DIN-A4-Querformat. Zum Skizzenbuch bei Amazon (Anzeige)

8. Hole dir ehrliches Feedback

Wir alle werden mit der Zeit betriebsblind für unsere eigenen Bilder. Deshalb lohnt es sich, sie anderen zu zeigen.

Konstruktive Rückmeldungen eröffnen neue Sichtweisen und helfen dabei, den eigenen Blick weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei ein wertschätzender Austausch, bei dem es nicht um richtig oder falsch geht, sondern darum, voneinander zu lernen.

9. Lege dir ein fotografisches Notizbuch an

Schreibe alles auf, was dir in Bezug auf deine Fotografie in den Sinn kommt. Halte z. B. fest:

  • Ideen für Fotos oder Projekte.
  • Neue Erkenntnisse in Sachen Bildkomposition, Fototechnik, oder ...
  • Locations, die du besuchen willst.
  • Gedanken zur Fotografie.
  • Zitate, die dich zum Nachdenken bringen.
  • Bücher, die du lesen möchtest.
  • Bücher, die du gelesen hast und die Erkenntnisse, die du aus der Lektüre gewonnen hast.
  • Fotografen und Fotos, die dich inspirieren.
  • Ausstellungen, die du besucht hast oder besuchen möchtest.

Viele meiner Blogartikel, Kurse und Fotoprojekte sind genau auf diese Weise entstanden – aus einer kleinen Notiz, die ich Monate später wiederentdeckt habe.

10. Fotografieren lernen durch Fotokunst

Woher weißt du eigentlich, was ein gutes Foto ausmacht? Viele „Likes“ in Facebook oder auf anderen Social Media Plattformen sind nicht aussagekräftig. Daher mein Rat (den kennst du wahrscheinlich schon von mir): Beschäftige dich mit Fotokunst.

Schaue dir die Bilder großer Fotografen an, lies Bücher über Fotokunst und gehe in Ausstellungen. Du mußt wissen, wohin du dich entwickeln möchtest. Es geht nicht darum, dass du genauso fotografierst wie Meister X oder Y. Es geht darum, dass du deinen Blick schärfst und lernst gute von schlechten Fotos zu unterscheiden. Schließlich mußt du ja auch deine eigenen Bilder beurteilen.

In einem Blogartikel stelle ich dir 10 bewundernswerte Fotografen vor: zum Artikel

11. Gehe in kleinen Schritten vor

Ich fotografiere seit vielen Jahren und kann dir versichern: Auch mit viel Erfahrung gibt es immer wieder Neues zu entdecken; man kann sich stetig weiterentwickeln und dazulernen.

Konzentriere dich jeweils auf ein Thema und setze nicht mehrere Projekte auf einmal um. Eine Ausnahme ist die Serie. Das fotografische Sammeln von Motiven kann sich über Jahre hinwegziehen.

Du könntest dir z. B. jeden Monat eine andere Aufgabe stellen:

  • eine neue Technik lernen, z. B. Mehrfachbelichtungen,
  • einen Effekt ausprobieren, z. B. HDR (High Dynamic Range),
  • eine Stilrichtung üben, z. B. ICM (gestische Fotografie) oder Minimalismus,
  • neue Funktionen deiner Kamera probieren,
  • dein Fotoarchiv organisieren,
  • deine Kenntnisse in der Bildbearbeitung erweitern.

Am Monatsende solltest du unbedingt ein Resumée ziehen: Was hast du in dem Monat gelernt? Wie hat sich deine Fotografie verändert?

12. Fotografiere regelmäßig

Fotografie ist wie ein Instrument oder eine Sprache: Man lernt sie durch Übung.

Du musst dafür keine weiten Reisen unternehmen. Oft liegen die spannendsten Motive direkt vor der Haustür. Entscheidend ist nicht, wie weit du fährst, sondern wie aufmerksam du hinsiehst.

Schon eine kleine fotografische Aufgabe pro Woche kann deinen Blick nachhaltig verändern. Die beste Idee nützt nichts, wenn sie nicht umgesetzt wird. Also schnappe dir deine Kamera und ziehe los!

13. Vergiss die Ausrüstung nicht - aber überschätze sie auch nicht

Natürlich macht gutes Werkzeug Freude. Doch die Kamera allein macht noch keine guten Bilder.

Entscheidend sind deine Ideen, dein Blick und deine Bereitschaft, immer wieder Neues auszuprobieren. Eine teure Kamera ersetzt weder Neugier noch Kreativität.

Die besten Fotos entstehen selten durch Zufall. Sie entstehen, weil jemand genau hingesehen hat.

14. Nimm dir Zeit für die Fotografie

Wir leiden unter ständigem Zeitdruck. Wenn du wirklich gute Fotos machen willst, mußt du dir Zeit nehmen: Zeit für Gedanken, Zeit für die Ideenfindung, Zeit fürs Fotografieren an sich – aber auch Zeit für jedes einzelne Motiv.

Fotografie wird häufig mit Meditation in Verbindung gebracht. Kannst du dir vorstellen, dass man mit dem Blick auf die Uhr meditiert?

Ein letzter Gedanke

Der Weg zu besseren Bildern besteht nicht aus Geheimtipps oder teurer Ausrüstung. Er beginnt mit dem bewussten Sehen, mit Neugier und mit der Freude am Experimentieren.

Fotografiere regelmäßig, hinterfrage deine Bilder und probiere Neues aus. Mit jedem Schritt entwickelst du nicht nur bessere Fotos - sondern auch deine ganz persönliche Bildsprache.

Gute Fotografie ist kein Wettlauf und keine Frage der Ausrüstung. Sie ist eine Reise, auf der du deinen Blick immer weiter entwickelst. Jeder kleine Schritt bringt dich deinem eigenen fotografischen Stil näher - und genau das macht die Fotografie für mich bis heute so faszinierend.

Du möchtest deine Fotografie gezielt weiterentwickeln?

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Neue Beiträge aus meinem foto.blog zur kreativen Fotografie

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14 Schritte zu besseren Fotos

Über mich, Helga Partikel

Ich bin Fotografin aus Leidenschaft und habe mich ganz der kreativen Fotografie und der Fotokunst verschrieben. Gerne gebe ich meine Begeisterung und mein Wissen in Fotokursen und auf Fotoreisen weiter. Lass dich von mir anstecken!

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Das sagen Teilnehmer zu meinen Kursen

Wow! Gerade habe ich die neuesten Fotos von den Teilnehmern der Meisterklasse gesehen! Wahnsinn! Von solchen Ergebnissen bin ich noch meilenweit entfernt, aber es inspiriert mich, dass solche Bilder möglich sind!

Marianne Zimmermann ... kreative Fotografie

Die Meisterklasse ist wirklich ein besonderes Format.

Die Meisterklasse ist wirklich ein besonderes Format. Ich finde es toll, dass Du Dir so viele Gedanken zu den Aufgaben machst, Aufgaben stellst, die wirklich herausfordernd sind und die Kreativität und das Künstlerische betonen und dass du uns immer wieder neu anspornst, das Beste aus uns rauszuholen. Auf diese Weise entwickelt man sich wirklich weiter und kommt wirklich raus aus der Komfortzone (zumindest wenn man das möchte :-).

Ulrike St.

Jetzt bin ich angekommen.

Danke Helga für Deine großartigen Meisterklasse-Kurs, deinen Fotoblog und deine Seminare. Ich habe schon vorher einige Fotoseminare gemacht, aber jetzt bin ich angekommen. Du förderst die Kreativität jedes einzeln und dafür bin ich dir sehr dankbar.

Manuela
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